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| 18:41 Uhr

Kultur
Musikalische Pralinenschachtel

Filmmusik gepaart mit Filmausschnitten und ein Abba-Abend begeisterten am Wochenende das Publikum auf dem Peitzer Hüttenwerksgelände. Immer mit dabei: die Vogtland Philharmonie.
Filmmusik gepaart mit Filmausschnitten und ein Abba-Abend begeisterten am Wochenende das Publikum auf dem Peitzer Hüttenwerksgelände. Immer mit dabei: die Vogtland Philharmonie. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Zum 10. Mal „Sounds of Hollywood“ in Peitz mit „Abba-Tribute in Symphony“ als Verlängerung Von Marion Hirche

„Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man kriegt“, dieser berühmte Satz aus der Hollywood-Produktion „Forrest Gump“ von 1994 hätte auch als Überschrift für die 10. Auflage von „Sounds of Hollywood“ in Peitz gelten können. Vor allem der erste Teil dieses Satzes von Tom Hanks, der im Film als Hauptdarsteller auf einer Parkbank mit einer Konfektkiste in der Hand jedermann sein Leben erzählt, traf für das Konzert auf dem Hüttenwerksgelände auch in diesem Jahr zu.

Die Vogtland-Philharmonie, zum 10. Mal Partner dieses Konzertabends mit Filmuntermalung, und die Solisten sorgten wieder für „pralinen“hafte Unterhaltung. Die Männer und Frauen an den Instrumenten und die Sänger verstehen ihr „Handwerk“ und Dirigent Generalmusikdirektor Stefan Fraas führte sie auch dieses Jahr zu Höchstleistungen. Sympathisch und informativ seine Moderation und diesmal auch mit einem Blick hinter die Kulissen des Menschen Stefan Fraas: „Forrest Gump ist einer meiner Lieblingsfilme“.

Titel aus 20 Filmen, die zwischen 1933 und 2016 gedreht wurden, erklangen auf dem romantisch beleuchteten Areal. Zu den Höhepunkten des Abends gehörten „Story of my life“ aus „Alvin und die Chipmunks“ Der Österreicher Johannes Leonhard Pinter interpretierte den Song aus dem Streifenhörnchen-Animationsfilm überzeugend. Der 20 Jahre junge Mann wusste auch mit „Can’t stop the feeling“ aus dem Streifen „Trolls“ zu gefallen. Jasmin Graf, Tochter des Gitarristen der Gruppe „Karusell“, und der Sängerin Ute Graf glänzte im besten Tina-Turner-Stil genauso stimmgewaltig wie die Rocklady, mit „Proud lady“, der Titel, wo sie sich als Vorschlaghammer (Sledge Hammer) bezeichnet.

Tosenden Applaus gab es für ihr Duett mit der „Voc A Bella“-Sängerin Henrike Müller-Gräper mit dem Duett „When you believe“ aus dem Film „Prinz von Ägypten“. Das Trio „Voc A Bella“ bewies sich erneut als ausgezeichnete Bank für die Gesangstitel. Diesmal sangen auch die Instrumentalisten – kurz, aber imposant, zur Musik aus dem Film „Fluch der Karibik – Am Ende der Welt“. Filmisch sorgte die Kombination der Verfilmungen von „King Kong“ aus den Jahren 1933 und 2005 für einen optischen Höhepunkt auch aus Sicht der Filmgeschichte.

Nach mehreren Zugaben gab die Vogtland-Philharmonie mit „Thank you for the music“ einen Vorgeschmack auf den Samstagabend . Der Abba-Titel wurde 24 Stunden später beim „Abba-Tribute in Symphony“ ebenfalls als finaler Song gespielt.

„Es war wieder ganz toll und ich freue mich schon auf morgen“, verriet Karin Kallauke, Amtsausschussvorsitzende des Amtes Peitz am Freitagabend. „Wir waren schon das 5. Mal dabei und es war wieder wunderschön, Musik, Organisation und das furiose Feuerwerk – einfach genial“, lobte Renate Lauterbach aus Cottbus. Wolfgang Lange aus Peitz war das erste Mal dabei und fühlte sich sehr gut unterhalten, erinnerte sich an die Zeit, als er bei der Fischwirtschaft gearbeitet hat und im jetzigen Eisenhüttenmuseum noch die W50-Lkw standen. Birgit Budan aus Hänchen war mit der Titelauswahl nicht ganz zufrieden. Renate Nehmitz und Vera Bruske aus Guben hatten Premiere bei „Sounds of Hollywood“ und Hanna Zien und Lucas Kowal aus Peitz bewiesen, dass auch die Jugend so was sehr schön findet.

Am Samstag war Abba-Zeit

Der musikalische Reigen am Sonnabend reichte von „Waterloo“ bis „Dancing Queen“. Schon bei „Lay all your love on me“ eröffnete der Peitzer Bürgermeister den Tanzreigen, schnappte sich kurzerhand die Peitzer Teichnixe Jenifer. Dann gab es kein Halten mehr: Ab „Mama Mia“ wurde das Hüttenwerksgelände zur Freiluft-Tanzfläche. Fast alle Titel wurden vom textsicheren Publikum in der ausverkauften Veranstaltung mitgesungen. Saskia Tafel, Sara Mosquera, Mike Rubin und Tom Luca waren gesanglich und optisch perfekte Abba-Double bis hin zur Englisch sprachigen Moderation. Begrüßt wurden die Zuschauer an den Abenden von den Veranstaltern: Elvira Hölzner, Amtsdirektorin des Amtes Peitz und Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger. Das charmanteste Lächeln, die Veranstaltungswerbung für das Peitzer Land und das Danke sagen mit Blumen übernahm die Peitzer Teichnixe Jenifer.

Die Mädchen der Musikschule Guben offerierten ganz besondere Tanzdarbietungen im Konzertvorfeld. Zum Gelingen des Abends trugen nicht nur viele Sponsoren, sondern auch die vielen Servicekräfte vom Feuerwehrverein Ottendorf bis hin zur fleißigen Versorgungsmannschaft aus Turnow bei. Mit furiosem Feuerwerk klangen beide Abende aus und die beste Nachricht übermittelte Elvira Hölzner: „Wir machen zwar nächstes Jahr eine Pause, aber 2020 geht es wieder weiter.“

Von Forrest Gump nach Waterloo – Nach der Filmmusik am Freitag füllte am Samstag ein Abba-Abend die Sitzreihen und die Tanzfläche.
Von Forrest Gump nach Waterloo – Nach der Filmmusik am Freitag füllte am Samstag ein Abba-Abend die Sitzreihen und die Tanzfläche. FOTO: Marion Hirche