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| 18:06 Uhr

Film und Diskussion
Ehemalige politische Häftlinge und Regisseur im Gespräch

Cottbus. Jürgen Haases Dokumentation „Splitter im Kopf“ läuft am Donnerstag im Menschenrechtszentrum.

 In den Räumen der Zuchthaus-Gedenkstätte in der Bautzener Straße 140 zeigt das Menschenrechtszentrum Cottbus am Donnerstag, 7. Februar, um 18 Uhr den Film „Splitter im Kopf“. Die Dokumentation des Regisseurs Jürgen Haase, die teilweise in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus gedreht wurde, lässt vier Menschen zu Wort kommen, die aus politischen Gründen – wegen „staatsfeindlicher Hetze“, „Republikflucht“ oder wegen „schwerer Erziehbarkeit“ – Wochen und Jahre inhaftiert und interniert wurden.

Von heute auf morgen wurde ihr Leben auf den Kopf gestellt, sie verloren ihre Familien, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz. In der DDR gab es 17 Stasi-Untersuchungsgefängnisse und mehr als 70 Jugendwerkhöfe.

Die Fotografin Katrin Büchel, der Arzt und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg, der Schriftsteller Siegmar Faust und der KfZ-Mechaniker Thomas Hannemann schildern im Film ihre Einweisung und ihre Erfahrungen in der Haft. Sie berichten über die Methoden der physischen und psychischen Repression und deren Folgen: Depressionen, Klaustrophobien, Misstrauen und psychosomatische Störungen. Bis heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, haben sie an den Spätfolgen ihrer Traumatisierung zu leiden. Trotzdem versucht jeder von ihnen, in ein „normales“ Leben zurückzufinden.

Im Anschluss an die Filmvorführung haben die Besucher die Möglichkeit, mit dem Regisseur, Jürgen Haase, und zwei der Akteure, Karl-Heinz Bomberg und Siegmar Faust, ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt zu der Veranstaltung am Donnerstag ist frei.

(red/pos)