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| 02:33 Uhr

Film ab: Komödie trifft Krimi

Kurz vor der Filmpremiere: Ganz aufgeregt lassen sich die Nachwuchs-Regisseure mit ihrem Filmplakat knipsen.
Kurz vor der Filmpremiere: Ganz aufgeregt lassen sich die Nachwuchs-Regisseure mit ihrem Filmplakat knipsen. FOTO: Marie-Sophie Bernards
Cottbus. Endlich mal Schauspieler sein dürfen – das Paul Gerhardt Werk Cottbus hat diesen Wunsch in der vergangenen Woche für 15 Kinder verwirklicht. Vier junge Teilnehmer berichten, was sie im Filmworkshop "Wünsch dir was!" gelernt und erlebt haben. Marie-Sophie Bernards

Viele Kinder feiern den Geburtstag ihrer Freundin und sind alle wie verzaubert an ihrem Handybildschirm gefesselt. Keiner redet miteinander und allen ist langweilig, bis das Geburtstagskind eine gruselige Geschichte erzählt. Alle hören gebannt zu, wie das junge Mädchen über einen vergangenen Todesfall berichtet. Dabei wird ständig zwischen Realität und Geschichte gewechselt, wobei Humor, Action und Partystimmung nicht auf der Strecke bleiben.

Dieser Kurzfilm entstand im Filmworkshop des Paul Gerhardt Werk (PGW) Cottbus. Der Cottbuser Regisseur Erik Schiesko betreute als Projektleiter die 15 jungen Teilnehmer beim Filmdreh. Dass es aber nicht immer so einfach war, berichtet Roswitha Wegner, Familientreffkoordinatorin des PGW. "Jedes Kind wollte eine gute Rolle haben und dabei nicht enttäuscht werden. Es gab auch Komplikationen. Erst nach langem Überreden durften wir im Branitzer Park auf den Wiesenflächen eine Szene drehen." Auf die Frage, wie die Kinder auf die untypische Kombination von Krimi und Komödie gekommen sind, antwortet die neunjährige Weda-Soli: "Erik Schiesko hat uns gefragt, was alles zum Film gehört. Es fielen Begriffe wie Lachen, Mord, Action und viele mehr." Besonders schwer sei es gewesen, diese ganzen Ideen in ein fünf Minuten langes Drehbuch zu komprimieren. "Einige von uns haben Dienstag ein Drehbuch geschrieben und es wäre über 20 Minuten lang gewesen", erzählt Leni Jutta Blohm. Was während eines Filmdrehs besonders wichtig ist, ist die Harmonie zwischen den Schauspielern. Um das Eis zu brechen, veranlasste Leiter Erik Schiesko Kennenlernspiele. "Wir mussten bestimmte Begriffe schauspielerisch darstellen, wie zum Beispiel einen Standmixer mit zwei Drehmodulen. Dabei war Teamwork angesagt," berichtet der zwölfjährige Aryan Sharma. Lilly Topp, die schon mal vor der Kamera stand, hat in dieser Woche sehr viel dazu gelernt. "Es war zwar manchmal nervig, wenn man eine Szene sehr oft wiederholen musste, aber Erik war immer total nett und war nicht sauer, wenn wir Blackouts hatten", berichtet die Schülerin.

Die Premiere des Kurzfilms steht kurz bevor. Im Schneideraum ist noch viel zu tun, da der Film erst am selben Morgen fertig gedreht wurde.

Roswitha Wegner erzählt währenddessen von ihren Filmworkshop-Erfahrungen: "Vor 2 Jahren haben wir schon mal einen sogenannten Brick-Film erstellt, der bei den Teilnehmern sehr gut ankommen ist. Dabei haben wir kleine Plastikfiguren zum Leben erweckt. Dieses Jahr wollten wir den Kindern aber die Möglichkeit geben, selbst im Film aktiv mitzuwirken."

Dann ist es so weit: Roswitha Wegner eröffnet die Premiere.

Der Film hält in seinen fünf Minuten viel bereit: Ketchup im Übermaß, eine Actionszene und viele lustige Drehbuchzeilen. "Das Endprodukt zu sehen hat den ganzen Stress und die vielen Stunden wieder wettgemacht," sagt eine stolze Teilnehmerin. "Es sieht immer so leicht aus, wenn man einen Film anschaut. Dabei hängt das Maß an Arbeit und Geduld davon ab, ob man am Ende zufrieden ist," ergänzt Lilly. "Insgesamt war es eine schöne Woche mit viel Gelächter und ich habe neue Freunde gefunden."

Das PGW will den Film bei der "Cottbuser Filmschau" einreichen. Der Wettbewerb für Lausitzer Nachwuchsfilmemacher findet im November im Rahmen des Filmfestivals Cottbus statt.