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Feuerwehrsportler trotzen dem Frost

Der amtierende Deutsche Meister René Frost vom Team Lausitz (l.) bei seinem Lauf.
Der amtierende Deutsche Meister René Frost vom Team Lausitz (l.) bei seinem Lauf. FOTO: Michael Helbig/mih1
Peitz. Die Feuerwehrsportler hatten beim 10. Hakenleiter-Neujahrssteigen im LEAG-Kraftwerk Jänschwalde extreme Bedingungen zu bewältigen. Trotz Minusgraden ist ihnen aber eine gute Vorbereitung auf die neue Wettkampfsaison gelungen. Michael Helbig / mih1

René Frost vom "Team Lausitz", der als Namenspatron des diesjährigen Neujahrs-Hakenleitersteigens gelten kann, legte den ersten Fehlstart des traditionellen Wettkampfes hin, der in diesem Jahr von der Werksfeuerwehr des Kraftwerkes Jänschwalde ausgetragen wurde. Doch im zweiten Versuch meisterte er mit der 4,10 Meter langen Hakenleiter den 32 Meter langen Anlauf souverän und hangelte sich bis in die zehn Meter hoch gelegene dritte Etage des Schlauch- und Übungsturms der Feuerwache am Kraftwerk Jänschwalde. Dabei trotzte er wie alle Wettkampfteilnehmer dem Frost. Es waren tagsüber immerhin minus sieben Grad.

"Irgendwie bin ich von meiner heutigen Leistung enttäuscht", sagte der amtierende Deutsche Meister, als er vom Turm wieder heruntergeklettert war. "Trotzdem bin ich optimistisch für die Wettkampfsaison. Das Neujahrs-Hakenleitersteigen ist eine gute Standortbestimmung zum Auftakt. Jetzt muss ich an den allgemeinen Techniken und der Fitness arbeiten."

So sah es auch Nicole Noack von der Freiwilligen Feuerwehr Forst/Horno, die zur Frauenmannschaft vom Team Lausitz gehört. Auch sie war mit den Ergebnissen ihrer beiden Läufe noch nicht so recht zufrieden. "Bei den frostigen Temperaturen ist die Leistung noch ausbaufähig", sagte die ehrgeizige Feuerwehrsportlerin und lieferte beim folgenden Wettkampflauf sogleich den Beweis. Diesmal war sie als Erste vor ihren "Konkurrentinnen" durch das Fenster in der zweiten Etage des Schlauch- und Übungsturms gestiegen. Der dient gewöhnlich zum Trocknen der Feuerwehrschläuche oder zum Trainieren von Höhenrettungsmaßnahmen.

Nach ihrem zweiten Lauf zeigte sich Nicole Noack zufriedener. "Bei minus sieben Grad ist das ganz schön schwierig", räumte sie ein. "Da muss man vorher ständig in Bewegung bleiben. Wir absolvieren diszipliniert unser Lauf-ABC mit Kniehebelauf oder Hüpfen auf der Stelle."

Die Besucher, die gekommen waren, um ihre Feuerwehrsportler anzufeuern, wurden bei dem frostigen Wetter auf eine ganz schön harte Probe gestellt. Doch Hardy Bauer aus Cottbus, der bei der Jänschwalder Werksfeuerwehr tätig ist, hatte extra zwei Feuerkörbe mit dem schmiedeeisernen Schriftzug "Glück auf" aus Schwarze Pumpe herbeigeschafft. Wie seine beiden Enkeltöchter Celina (7) und Chiara (8) wärmten sich auch viele andere Besucher zwischendurch am offenen Feuer.

"Heute habe ich dienstfrei, und es ist eine schöne Gelegenheit, den Kollegen mal über die Schulter zu schauen", erzählte der Feuerwehrmann. Auch Celina und Chiara waren begeistert. Zwischen den Wettkämpfen durften sie sich mit ihrem Opa in den Fahrzeughallen umschauen und sogar einen Feuerwehrhelm aufsetzen.

Zufrieden mit dem Wettkampfverlauf zeigte sich auch der Leiter der Cottbuser Berufsfeuerwehr und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg Jörg Specht. "Trotz Kälte und Schnee hatten wir heute sehr gute Wettkampfergebnisse", stellte er fest. "Die Frauen sind zum Teil unter zehn Sekunden gelaufen. Und das bei diesen Bedingungen. Das macht Hoffnung für die neue Saison. Ich freue mich auch über die Zusicherung der LEAG und des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch, den Feuerwehrsport weiterhin zu unterstützen."

Höhepunkte in diesem Jahr sollen unter anderem der Tag der offenen Tür in der Rettungswache anlässlich des Jubiläums "70 Jahre Cottbuser Berufsfeuerwehr" am 24. Juni und die Teilnahme des Teams Lausitz, der Frauen-Landesauswahl Brandenburg sowie der Frauenmannschaft der Cottbuser Feuerwehr bei der Feuerwehrolympiade in Villach (Österreich) Mitte des Jahres sein.