| 02:33 Uhr

Feuerwehr wird immer häufiger zum Türöffner

Zu Feuern musste die Kolkwitzer Feuerwehr im Jahr 2016 nur elfmal ausrücken. Meistens waren es kleinere Brände. In Erinnerung blieben allerdings der Brand auf dem Gemüsehof in Vetschau und ein Schuppenbrand in Dahlitz (siehe Foto).
Zu Feuern musste die Kolkwitzer Feuerwehr im Jahr 2016 nur elfmal ausrücken. Meistens waren es kleinere Brände. In Erinnerung blieben allerdings der Brand auf dem Gemüsehof in Vetschau und ein Schuppenbrand in Dahlitz (siehe Foto). FOTO: Feuerwehr Kolkwitz
Kolkwitz. Nach einem Rekordjahr 2015 musste die Kolkwitzer Ortswehr im Jahr 2016 deutlich weniger ausrücken. Erfreulich: Egal ob mitten in der Nacht oder tagsüber – kein einziger Einsatz musste wegen Personalmangel ausfallen. Allerdings spielt die Freiwillige Feuerwehr immer öfter lediglich Türöffner für den Rettungsdienst, kritisiert die Wehrführung. red/dst

Der Kolkwitzer Ortswehrführer Ralf Pujo hat die 40 Einsätze aus dem Jahr 2016 analysiert und wieder zeigt sich, dass der Name Feuerwehr schon seit Jahren kaum noch richtig zutrifft: Natürlich gab es auch Feuer, die die 35 Kameraden im vergangenen Jahr löschen mussten. Von schmorender Elektrik bis zum Großbrand bei Ricken in Vetschau, wo das Kolkwitzer Tanklöschfahrzeug im Einsatz war. Von Waldbränden blieb die Großgemeinde im vergangenen Jahr verschont. Elf Brandeinsätzen standen allerdings 29 Hilfeleistungseinsätze gegenüber. Dazu zählen z.B. Verkehrsunfälle, die nach einem unfallreichen Jahr 2015 im vergangenen Jahr ebenfalls zurückgegangen sind.

Außerdem wurde die Kolkwitzer Ortswehr deutlich seltener gerufen, um dem Rettungsdienst dabei zu helfen, Patienten aus der Wohnung zu tragen. Waren 2015 noch 15 sogenannte Tragehilfen zu verzeichnen, so waren es 2016 nur noch sechs.

Sorgen bereitet Ralf Pujo allerdings, dass die Feuerwehr im vergangenen Jahr immer wieder gerufen wurde, weil der Rettungsdienst nicht zu Patienten in die Wohnung kam. "Letztendlich schaffen wir hier nur den Zugang, damit der Rettungsdienst hineinkommt. Hier sehe ich einen Handlungsbedarf. Der Großteil der Alarmierungen wurde durch Hausnotruf-Dienste ausgelöst. Wenn ich diesen Service anbiete, muss ich mir auch überlegen, wie der Rettungsdienst zum Patienten kommt." In Einrichtungen mit betreutem Wohnen könnten beispielsweise Schlüsseldepots für Rettungskräfte installiert werden. Auch der stellvertretende Gemeindewehrführer, Steffen Theiler, drängt auf eine Lösung des Problems: "Gerade die Kolkwitzer Ortswehr wird zu fast allen Türöffnungen im Gemeindegebiet gerufen, weil sie entsprechend ausgerüstet ist. Das sind sehr viele Einsätze. Und zwar zu allen Tages- und Nachtzeiten. Da fällt es auf Dauer vielen Kameraden schwer, sich zu motivieren. Der Landesfeuerwehrverband und auch der Kreisbrandmeister arbeiten momentan daran, dass die Feuerwehr in diesem Bereich entlastet wird."

Steffen Theiler warf noch einen weiteren Blick in die Zukunft: Gerade haben die Gemeindevertreter die neue Feuerwehrkonzeption beschlossen und damit auch den Weg frei gemacht für ein neues Löschfahrzeug, das dann auch Platz für die ganzen Ausrüstungsgegenstände bietet. Zukunftsfähig ist auch die Jugendfeuerwehr aufgestellt: Jugendwart Christian Otte kann auf ein echtes Rekordjahr zurückblicken: Die Kinder- und Jugendabteilung ist auf 19 Jungen und vier Mädchen gewachsen. Die haben 30 Übungen absolviert, an Wettkämpfen und Jugendlagern teilgenommen.

www.ff-kolkwitz.de