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| 18:45 Uhr

Rauchmelder können Leben retten
Rauchzeichen im Advent

Die Installation von Rauchmeldern gehört zu den Basis-Maßnahmen beim Brandschutz in Wohnungen. In zwei Jahren sind sie in allen Wohnungen Pflicht.
Die Installation von Rauchmeldern gehört zu den Basis-Maßnahmen beim Brandschutz in Wohnungen. In zwei Jahren sind sie in allen Wohnungen Pflicht. FOTO: dpa / Franz-Peter Tschauner
Cottbus. Nach dem tragischen Wohnungsbrand in Cottbus warnt die Feuerwehr vor dem leichtsinnigen Umgang mit Kerzen während der Feiertage und den viel größeren Gefahren des Rauchs. Von Peggy Kompalla

Noch ist unklar, wie es zu dem tragischen Wohnungsbrand in Sandow am Montagmorgen gekommen ist. Die Polizei steckt mitten in den Ermittlungen zur Brandursache. Die Retter konnten eine 75 Jahre alte Frau nur noch tot aus ihrer Wohnung bergen. Mit Blick auf die Feiertage und angesichts des Unglücks von Montag warnt die Feuerwehr vor einem unbedachten Umgang mit Kerzen. Dabei sei der Rauch viel gefährlicher als das Feuer, betont Feuerwehrmann Benny Bastisch. Deshalb wirbt er im selben Atemzug für den Einbau von Rauchmeldern. Die technischen Warnsysteme werden in zwei Jahren in allen Wohnungen Pflicht.

Selbstredend sind in den eigenen vier Wänden von Berufsfeuerwehrmann Bastisch Rauchmelder längst eingebaut. „Sie können Leben retten“, sagt er. Deshalb gehörten die Anlagen in jeden Wohnungsflur und die Schlaf- und Kinderzimmer. Die bundesweite Feuerwehr-Statistik belegt: 80 Prozent der Brandtoten sterben durch Rauchgas, und 70 Prozent aller Brandopfer verunglücken nachts in ihren Wohnungen.

Die technischen Warnsysteme verschaffen den Menschen im Notfall genügend Zeit, um zu reagieren. Dabei gilt eine oberste Regel: „Niemals durch den Rauch gehen“, betont Benny Bastisch. „Wenn der Rettungsweg durch Rauch abgeschnitten ist, sollte man sich in einen rauchfreien Bereich der Wohnung zurückziehen. Vom Zimmer die Tür schließen und sie eventuell abdichten und auf die Feuerwehr warten.“ Der Feuerwehrmann macht die Gefahr des Rauchs deutlich: „Der Rauch ist so giftig, dass drei Atemzüge ausreichen, dass eine Person ihr Bewusstsein verliert. Tritt das ein, ist sie in den meisten Fällen verloren.“ Deshalb sei es wichtig, gegen die Panik anzukämpfen und auf die Retter zu warten. „Wir sind in spätestens acht Minuten vor Ort und untersuchen bei einem Hausbrand alle Bereiche“, erklärt er. Und noch einmal: „Das Feuer ist bei einem Brand in der Regel gar nicht das große Problem, sondern der Rauch.“ Ein Handtuch vor Mund und Nase reichten eben nicht aus, um sich vor den toxischen Dämpfen zu schützen.

Mit der Neufassung der Bauordnung im Jahr 2016 ist in Brandenburg auch die „Rauchmelder-Pflicht“ gesetzlich geregelt. Eigentümer müssen die Warnsysteme demnach installieren, wenn nach baurechtlichen Bestimmungen ein Neu- oder Umbau vorliegt. Für Bestandsbauten gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020. Einfache alltägliche Renovierungen oder Sanierungen in Wohnungen entsprechen keinem Umbau. Erst wenn eine Baugenehmigung erforderlich ist und der Umbau baurechtlich wie ein Neubau gilt, greift die Installationspflicht. Batteriebetriebene Rauchmelder seien kostengünstig im Fachhandel oder in Baumärkten erhältlich. Beim Kauf sollte auf die CE-Kennzeichnung mit dem Hinweis auf die DIN EN 14604 geachtet werden.

Damit es gar nicht erst zum Einsatz der Rauchmelder kommt, nennt Feuerwehrmann Benny Bastisch ein paar einfache Regeln. Oberste und wichtigste: Die Kerze niemals – auch nicht wenige Augenblicke – ohne Aufsicht lassen. „Man sollte sich vorm Anzünden immer die Frage stellen, ob es ich lohnt und was man als nächstes vorhat“, erzählt er. „Wenn man Stress hat, sollte man die Kerzen gar nicht erst anmachen, sonst vergisst man es womöglich in der Hektik oder Eile.

Adventskranz und Weihnachtsbaum: Es sollten keine trockenen Adventsgestecke und Weihnachtsbäume aufgestellt werden. Es muss ein stabiler und sicherer Standort gefunden werden, der zudem ausreichenden Abstand zu weiteren brennbaren Materialien einhält. Es sollten nur geprüfte Weihnachtsbaumständer verwendet werden. Darüber hinaus empfiehlt die Feuerwehr, auf leicht brennbaren Baumschmuck und echte Kerzen am Baum zu verzichten. Benny Bastisch ergänzt: „Einige Leute sprühen den Baum mit Haarspray ein, damit die Nadeln länger grün bleiben. Das ist extrem gefährlich. Haarspray ist ein Brandbeschleuniger.“

Kerzen: Kerzen sollten niemals ohne Aufsicht brennen. In einem Gesteck müssen die Kerzen rechtzeitig gelöscht werden, bevor sie heruntergebrannt sind. Kerzen sollten möglichst an einem Ort brennen, den Kinder nicht erreichen können.

Elektrische Lichterketten: Die Feuerwehr empfiehlt, nur Produkte mit dem VDE-Symbol zu kaufen. Hinter dem Kürzel VDE verbirgt sich der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik. So sei garantiert, dass das Produkt auch den Sicherheitsansprüchen entspricht. Defekte Lämpchen sollten rechtzeitig ausgetauscht werden. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass Steckdose oder Verlängerungskabel nicht überlastet werden.