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Stadtpolitik
Feuerwehr-Turm wartet weiter

Die Feuerwehr ist eine Landmarke in Ströbitz. Allerdings braucht der Holzturm dringend eine Sanierung. Die wird es erst nächstes Jahr geben.
Die Feuerwehr ist eine Landmarke in Ströbitz. Allerdings braucht der Holzturm dringend eine Sanierung. Die wird es erst nächstes Jahr geben. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Der Ströbitzer Feuerwehrchef kritisiert die verschobenen Baupläne und fordert mehr Anerkennung für die Arbeit der freiwilligen Retter. Von Peggy Kompalla

Das Ströbitzer Feuerwehrgerätehaus reckt seinen Turm stolz in den Himmel. Doch im altehrwürdigen Gebäude bröckelt es. Weil sich daran wenig ändert, wächst der Frust bei den engagierten Freiwilligen. Das hat Ortswehrführer André Horwath während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Ströbitzer Wehr deutlich gemacht. Deshalb fordert er: „Es ist an der Zeit, in eine moderne und zeitgemäße Technik sowie Ausrüstung zu investieren, um die Motivation zu steigern und das Engagement zu würdigen.“

Bislang lasse aus Sicht der Ströbitzer die Unterstützung vonseiten der Stadt zu wünschen übrig: „Wir sammeln Spenden zur Sanierung des Schlauchturms, holen Angebote von mehreren Baufirmen zur Errichtung einer Sponsorentafel ein und pflegen die beiden Fahrzeuge der Stadt Cottbus, die bei uns in der Fahrzeughalle stehen, aber von der Stadt werden wir in punc­to finanzieller Unterstützung immer wieder ins nächste Jahr vertröstet.“ Bei der Gelegenheit richtet er das Augenmerk auf den maroden Schlauchturm.

Tatsächlich sollte in diesem Jahr der Schlauchturm saniert werden. Für das Baudenkmal mit seinem aufwendigen Fachwerk stehen laut Stadt 58 000 Euro zur Verfügung. Gutachten hätten größere Schäden zu Tage gebracht, was eine aufwendigere Planung zur Folge hatte, erklärt Stadtsprecher Jan Gloßmann. „Letztendlich ist wegen der Witterung entschieden worden, den Baubeginn für die Holzarbeiten ins nächste Jahr zu verschieben“, sagt er und betont: „Das Geld ist eingestellt. 2018 wird der Turm gemacht.“

Obwohl das Geld von offizieller Seite fehlt, packen die Ströbitzer viel in Eigenleistung. So modernisierten sie bereits im vergangenen Jahr größtenteils auf eigene Kosten ihren Schulungsraum. Als nächstes großes Projekt steht dem Ortswehrführer zufolge die Umgestaltung der Umkleideräume an. „Der Frauenanteil bei uns hat zugenommen, auch der Jugendfeuerwehr sind in diesem Jahr Mädchen beigetreten. Sie sollen ihre eigenen Umkleideräume erhalten.“ Der Stadtfeuerwehrverband unterstütze sie bei dem Projekt. „Trotzdem sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt André Horwath. So wie sich die Ströbitzer der Hilfe ihrer Feuerwehrleute gewiss sein können, gilt das auch umgekehrt.

Das besondere Engagement sieht  auch Berufsfeuerwehrchef Jörg Specht. „Die Ströbitzer Wehr ist sehr aktiv. Sie haben in diesem Jahr bislang knapp 80 Einsätze gefahren“, sagt er. Er kann den Wunsch nach Anerkennung in Form von moderner Technik nachvollziehen. Aber bei der prekären Haushaltslage der Stadt Cottbus sei das nicht möglich. Laut dem Gefahrenabwehrbedarfsplan erfolge eine regelmäßige Modernisierung des Fahrzeugparks. „Aber es ist einfach nicht möglich, dass jede Wehr nach 20 Jahren ein neues Fahrzeug bekommt“, sagt Jörg Specht.