Rauchschwaden hängen am Donnerstagvormittag erneut über der Spremberger Vorstadt. In der Parzellenstraße sind die Löscharbeiten auch einen Tag nach Ausbruch des Brandes noch in vollem Gange. Die Feuerwehr fährt schweres Gerät auf. Zwei Bagger reißen den hinteren Teil der Gewerbehalle ein, die Mittwochnachmittag lichterloh brannte. Seither ist die Feuerwehr im Einsatz, wird auch in der Nacht Brandwache schieben.

Zu Spitzenzeiten sind 200 Retter mit 31 Fahrzeugen vor Ort, berichtet Einsatzleiter Ingolf Zellmann. "Einige Männer von den freiwilligen Wehren sind schon zum zweiten Mal im Einsatz", sagt er am Donnerstag mit Anerkennung in der Stimme. Der Hitze geschuldet wechselt die Schicht alle vier Stunden. Ein Feuerwehrmann muss wegen Überlastung behandelt werden.

Die Halle steht gegenüber der Chemiefabrik und ist etwa 1500 Quadratmeter groß. Darin befinden sich Lager- und Proberäume sowie eine Kfz-Werkstatt. Der Feuerwehr zufolge brannten zehn Fahrzeuge, mehrere Gasflaschen explodierten. Erst gegen 22 Uhr ist das Feuer am Mittwoch unter Kontrolle.

"Wir konnten verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreift", sagt Zellmann. Fünf Bewohner mussten die benachbarte Villa verlassen.

Donnerstag früh kämpft sich ein Paketzusteller an den Einsatzkräften vorbei zu dem verschonten Haus. Derweil beobachtet Emanuel Mukow vom Parkplatz aus die Abriss-Arbeiten. Seine musikalische Existenz ist mit der Halle in Flammen aufgegangen. "Vier Schlagzeuge hatte ich untergestellt, darunter eine Spezialanfertigung aus Brasilien", erzählt er und zieht an einer Beruhigungszigarette. "Das kann mir keine Summe X ersetzen." Es klingt, wie ein ernsthafter Wunsch als er sagt: "Vielleicht fallen ja noch ein paar Becken aus der Baggerschaufel und machen ein letztes Mal Krach." Die Brandursache ist noch unklar, sagt Polizeisprecher Torsten Wendt. "Es kann noch nicht gesagt werden, wo das Feuer genau ausgebrochen ist. Die Löscharbeiten müssen abgewartet werden." Freitag ist die Kripo vor Ort.