Die Einwohner und viele andere interessierte Bürger konnten in Augenschein nehmen, wie der denkmalgeschützte Bau für die neuen Anforderungen umgestaltet wurde. Viel Interesse fanden auch die Vorstellung der Technik und die Videos von Auftritten der Theatergruppe der Wehr.
Das imposante weiß-rote Gebäude der Kameraden in Tauer mit dem markanten Steigerturm gilt vielen Bürgern als schönstes Feuerwehrgebäude im Spree-Neiße-Kreis. Doch am 1913 entstandenen Bau hatte der Zahn der Zeit genagt, ein späterer Anbau störte das Bild und der Raum reichte nicht mehr für die moderne Technik und die Anforderungen der Ausbildung aus. Über 900 000 Euro wurden in die Sanierung und einen zum Gesamtbild passenden Anbau investiert. „Die Arbeiten sind abgeschlossen und auch die Außenanlagen wurden neu gestaltet“ , sagte Ortswehrführer Andreas Jahnke. „Wir wollten dieses Ereignis gemeinsam mit den Bürgern feiern, von denen uns viele immer wieder unterstützt haben.“ Die weit offen stehenden Türen am Gebäude mit der Jahreszahl 1913 zogen schon am Vormittag viele Neugierige an. Sie durchstreiften die Räume, ließen sich Technik, Ausrüstung und Ausstattung erläutern. Bewundernde Blicke trafen die vor einigen Jahren über Spenden finanzierte Fahne der Wehr. Schmunzelnd wurden die Videos mit Spielszenen zur Brandbekämpfung um 1900 verfolgt, die von der Theatergruppe der Wehr nachgestellt worden waren. Dabei verwendete Geräte konnten auf den Freifläche bewundert werden. Prunkstück war der restaurierte Spritzenwagen von 1897, das erste Gerät der ein Jahr zuvor gegründeten Wehr.
Das W-50-Löschfahrzeug aus DDR-Zeiten wurde für Fahrten mit Kindern oder ganzen Familien durch den Ort genutzt, bei denen auch kurzzeitig einmal die Sirene eingeschaltet wurde. Am Nachmittag wurde für die Schaulustigen eine Fettexplosion und die Bekämpfung des so entstandenen Brandes simuliert.
Ihr repräsentatives Domizil verdankte sie dem damaligen Gutsherren, der parallel den Turm für die Feuerwehr und das niedrige Gebäude als Turnhalle errichten ließ. Beim Tag der offenen Tür wurde der sanierte Turm als Aussichtsplattform genutzt, von der aus sich bei Sonnenschein ein weiter Blick über Tauer und die Herbstlandschaft der Umgebung erschloss.
Viele Kinder und Jugendliche wollten aber nicht nur zusehen und zuhören. Vom Knirps an der Hand der Mutter bis zur Jugendfeuerwehr versuchten sich die Mädchen und Jungen am Umgang mit verschiedenen Handdruckspritzen.
Auch wenn die Feuerwehr in Tauer von vielen Bürgern eher bei der Organisation von Festen und der Absicherung von Veranstaltungen wahrgenommen wird, bilden die Brandbekämpfung und Hilfeleistungen bei Unfällen für die 50 Kameraden der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr das Hauptbetätigungsfeld. „15 bis 20 Mal pro Jahr rücken wir zu Einsätzen aus. Erst am Freitag wurden wir zu einem Unfall gerufen“ , sagte Andreas Jahnke. Die Sicherung der Einsatzbereitschaft fällt zunehmend schwer. Viele Kameraden arbeiten nicht mehr im Ort, sind tagsüber kaum zu alarmieren und auch die Wege zur Schule und zur Lehre werden für den Feuerwehrnachwuchs immer länger.