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| 16:02 Uhr

Nach den Bränden vom Wochenende in Cottbus
Tankstellen-Team verhindert das Schlimmste

 Der Schaden an der Tankstelle ist dank des schnellen und umsichtigen Eingreifens der Jet-Mitarbeiter nur sehr gering.
Der Schaden an der Tankstelle ist dank des schnellen und umsichtigen Eingreifens der Jet-Mitarbeiter nur sehr gering. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Das hätte richtig schief gehen können. Dass die Jet-Tankstelle in Sachsendorf nicht in die Luft geflogen ist, ist dem schnellen Handeln der Mitarbeiter zu verdanken. Dafür gibt es vom Cottbuser Feuerwehrchef ein Lob. Von Peggy Kompalla

Der Schreck sitzt dem Tankstellen-Team auch am Montag noch in den Knochen. Doch die Erleichterung überwiegt. Schließlich tritt am Samstagabend nicht das Schlimmste ein. Niemand wird verletzt, der Schaden an der Jet-Tankstelle hält sich nach dem Vorfall in Grenzen. Dabei hätte es ganz anders laufen können, als ein unbekannter Mann an einer Zapfsäule sein Rad mit Benzin übergießt, es anzündet und einfach verschwindet.

Nerven behalten

Der Cottbuser Feuerwehr-Chef Jörg Specht ist am Montag voll des Lobes für das Tankstellen-Team. „Die Mitarbeiter haben alles richtig gemacht“, betont er. Nicht nur die Notabläufe hätten sie mustergültig eingehalten und die Flammen sogar selbstständig mit einem Feuerlöscher erstickt. Feuerwehrmann Specht schiebt nach: „Dafür muss man erst einmal die Nerven behalten.“ Als die Retter am Samstagabend nach dem Notruf an der Tankstelle an der Lipezker Straße eintreffen, ist das Feuer schon gelöscht. „Wir haben das Areal noch mit einer Wärmebildkamera kontrolliert, konnten den Einsatz danach aber recht schnell beenden“, sagt Jörg Specht.

Als allererstes Not-Aus-Knopf betätigt

 Der Brandstifter entzündete sein Fahrrad an der Zapfsäule 1 rechts im Bild.
Der Brandstifter entzündete sein Fahrrad an der Zapfsäule 1 rechts im Bild. FOTO: LR / Frank Hilbert

Als das Rad an der Zapfsäule in Flammen aufgeht, betätigen die Mitarbeiter als erstes den Not-Aus-Knopf, mit dem alle Tankstellen ausgestattet sind. Jet-Unternehmenssprecher Niels Wick erklärt: „Damit werden mit einem Mal sämtliche Zapfsäulen außer Betrieb gesetzt. So kann kein Benzin mehr nachfließen.“ Der Kraftstoff befindet sich in unterirdischen Tanks und wird über Pumpen zu den Zapfsäulen transportiert. Diese Zufuhr ist damit sofort unterbrochen. „Die Mitarbeiter haben schulbuchmäßig reagiert“, sagt Wick. Zuerst der Notknopf, dann Anruf bei Feuerwehr und Polizei. Schließlich entschied sich das Team am Samstag sogar, dass Feuer selbst zu löschen. Zum Zeitpunkt des Vorfalls waren laut Unternehmenssprecher Wick drei Mitarbeiter im Dienst. Jeder von ihnen durchläuft regelmäßig Schulungen für den Umgang mit Notfällen.

Schnell wieder im Normal-Betrieb

Den genauen Schaden könne Jet derzeit nicht beziffern. Niels Wick erklärt: „Der Schaden ist wirklich minimal. Es muss möglicherweise das Tankfeld gereinigt werden und die Rechnung für den Feuerwehreinsatz beglichen werden.“ Es habe zu keiner Zeit die Gefahr bestanden, dass das Feuer auf das Gebäude oder die benachbarte Waschanlage übergreift, was auch die Feuerwehr bestätigt. Die Tankstelle sei trotz des Vorfalls zu keinem Zeitpunkt geschlossen gewesen und konnte recht schnell nach den Ereignissen des Abends den Normal-Betrieb wieder aufnehmen.

Derweil rätselt auch die Polizei darüber, was den unbekannten Mann zu dieser Tat bewogen haben könnte, für die es keine rationale Erklärung gibt. Polizeisprecher Torsten Wendt erklärt am Montag auf Nachfrage: „Die Kriminalpolizei ermittelt.“ Das Bildmaterial der Tankstelle werde dazu ausgewertet. Weitere Hinweise von Zeugen können dabei helfen. Der Täter ist demnach noch nicht ermittelt.

Zwei Feuer in einer Nacht ohne Zusammenhang

Samstagnacht brennen drei Stunden nach dem Vorfall an der Tankstelle in Sachsendorf acht Autos in Schmellwitz auf einem Firmengelände ab. Die Polizei geht nicht davon aus, dass die beiden Feuer in einem Zusammenhang stehen. Nichtsdestotrotz sei auch dort von Brandstiftung auszugehen. Auch wenn die Fälle vermutlich nicht im Zusammenhang stehen, arbeitet ein Ermittlerteam an beiden Fällen. Inzwischen seien zwei Hinweise eingegangen. Aktuell wurde auch von einigen Personen ein Video in einer Facebookgruppe veröffentlicht, dass den Brandstifter an der Jet-Tankstelle bei der Tat zeigt. Vermutlich wurde mit einem Mobiltelefon das Überwachungsvideo der Tankstelle abgefilmt. Seitens der Polizei sind jedoch noch keine Fotos oder Videos zur öffentlichen Fahndung freigegeben.

Kontakt zur Polizei: Telefon 035549371227 oder per Internet über www.polizei.brandenburg.de/onlineservice/hinweis-geben