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Feinstaub-Umbau löst auch Stickstoffoxid-Problem

Cottbus. Der Grund für den millionenschweren Umbau der Bahnhofstraße in den Jahren 2010 bis 2012 war die erhebliche Feinstaubbelastung. Nichtsdestotrotz bewahrt dies die Stadt Cottbus heute vor einem Diesel-Fahrverbot in der Innenstadt wegen erhöhter Werte beim Ausstoß von Stickstoffdioxid (NO{-2}). Peggy Kompalla

Das betont Dr. Martin Kühne. Er war jahrelang beim Landesumweltamt mit der Luftverschmutzung beschäftigt. "Das derzeitig heiß diskutierte Thema Fahrverbote in Innenstädten betrifft ausschließlich die Stickstoffoxid-Problematik", erklärt der Fachmann, der zudem für die Grünen im Cottbuser Stadtparlament sitzt.

"Auslöser für den Umbau der Cottbuser Bahnhofstraße war die jahrelange deutliche Überschreitung des PM10-Kurzzeit-Grenzwertes für Feinstaub", erklärt Kühne. Die Bezeichnung PM10 bezieht sich auf die Größe der Feinstaubpartikel, deren Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer ist. Der größte Teil dieser Feinstaubemissionen stammt aus Verbrennungsvorgängen - also Motoren oder Gebäudeheizungen. "Quasi nebenher haben wir durch die verkehrsorganisatorischen Maßnahmen auch die NO{-2}-Immission erheblich gesenkt", erklärt Martin Kühne.

Die NO{-2}-Grenzwerte werden in der Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Demnach müssen Städte im Jahresmittel einen NO{-2}-Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter einhalten. In der Bahnhofstraße lag das Jahresmittel Martin Kühne zufolge von 2013 bis 2016 zwischen 31 und 35 Mikrogramm je Kubikmeter. "Wir laufen derzeit keine Gefahr, auch nur in die Nähe des Grenzwertes zu kommen", betont der Fachmann.