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| 02:46 Uhr

FDP und Frauenliste zieht es zur CDU

Cottbus. Positionen, Bündnisse und Mehrheiten sind abgeklopft: In der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung deuten sich zwei Lager an. Sybille vonDanckelman

CDU, FDP und Frauenliste haben sich am Donnerstagabend zu einer gemeinsamen Fraktion mit insgesamt 14 Mandaten zusammengeschlossen. Damit würden sie zahlenmäßig mit der SPD und der Linken gleichziehen. Die Sozialdemokraten könnten sich laut Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) vorstellen, die Linken sowie die beiden Stadtverordneten der Bündnisgründen in ein gemeinsames Boot zu holen: Am Wochenende soll über die Option beraten werden. Zu diesem Bündnis würden 30 der 50 Stadtverordneten gehören.

Anders als die Aktiven Unabhängigen Bürger (AUB), die mit vier Mandaten Fraktionsstatus erreicht hatten, haben sich Bündnisgrüne, Frauenliste (FLC) und FDP zwecks Fraktionsbildung nach Partnern umsehen müssen. Die Bündnisgrünen hatten auf eine gemeinsame vierköpfige Fraktion mit den beiden Frauenlisten-Stadtverordneten spekuliert - aber laut Kreisverbandschefin Petra Weißflog eine Absage bekommen.

Auch für Matthias Schulze (FDP) wäre ein Zusammengehen nur mit der Frauenliste "von der Strategie passender gewesen". FDP und Frauenliste hatten in vergangenen Legislaturperioden bereits zusammengearbeitet. Die Frauenliste hatte sich aber für die CDU entschieden. Die FDP ist als dritte Partei nun im konservativ-liberalen Fraktions-Boot. Schulze, designierter stellvertretender Fraktionschef, macht allerdings deutlich: Es werde mit der FDP keinen generellen Fraktionszwang geben. Einig sind sich CDU-, FDP und FCL aber darüber, dass es weiterhin einen eigenständigen Wirtschaftsausschuss geben müsse. In der ersten gemeinsamen Sitzung sei einstimmig gegen den Vorschlag des OB votiert worden, den Wirtschafts- und Bauausschuss zusammenzulegen, teilt die Fraktion mit.

Der neue Stadtverordnetenvorsteher wird wohl Reinhard Drogla heißen. Es sei beabsichtigt, ihn vorzuschlagen, erklärt der neu gewählte SPD-Fraktionschef Werner Schaaf. Die Sozialdemokraten haben als Wahlsieger das Vorschlagsrecht - andere Fraktionen signalisieren bereits Zustimmung zu dieser Personalie. Die Linke, die ebenso wie die SPD 14 Mandate hat, würde als 1. Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Karin Kühl vorschlagen, sagt Fraktionschef André Kaun.

Alle 50 gewählten neuen Stadtverordneten haben laut Wahlleiter Gerold Richter ihr Mandat angenommen. Es habe niemand in der vereinbarten Frist abgesagt. Alle seien zur ersten Sitzung der Stadtverordneten am kommenden Mittwoch geladen.