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Fast zwei Drittel der Kinder aus Brandenburg und Sachsen gehen nicht zur Vorsorge beim Zahnarzt

Ins Maul geschaut. Eine Schulstunde der besonderen Art erlebten 500 Mädchen und Jungen aus Grundschulen der Region sowie aus dem polnischen Zielona Gora beim Tag der Zahngesundheit im Cottbuser Tierpark.
Ins Maul geschaut. Eine Schulstunde der besonderen Art erlebten 500 Mädchen und Jungen aus Grundschulen der Region sowie aus dem polnischen Zielona Gora beim Tag der Zahngesundheit im Cottbuser Tierpark. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Einen Tierparkbesuch der anderen Art haben gestern Hunderte Schulkinder aus der Lausitz und Zielona Gora in Cottbus erlebt. Anlass für die außergewöhnliche Visite war der Tag der Zahngesundheit. Hannelore Grogorick

Fragen, um die es dabei ging: Wie putzen sich eigentlich Löwen, Tiger und Hunde die Zähne? Was tun bei (tierischen) Zahnschmerzen? Der Tag der Zahngesundheit fand bereits zum 18. Mal im Tierpark statt. Unter dem Motto "Gesund beginnt im Mund - gemeinsam für starke Milchzähne" werben die Landeszahnärztekammer Brandenburg und der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit für einen möglichst langen Erhalt der ersten Zähne, die für die gesunde Entwicklung eines Kindes von großer Wichtigkeit sind.

Brandenburger Eltern gehen mit ihren Kindern viel zu selten zur Vorsorge zum Zahnarzt. Das geht auch aus dem aktuellen Zahnreport der Barmer hervor.

In der Altersgruppe der zweieinhalb bis sechsjährigen Kinder lag die Inanspruchnahme zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen im Jahr 2015 in Brandenburg bei nicht einmal 38 Prozent, in Sachsen ist es ein Prozent mehr.

"Kariesfreie Milchzähne sind die Voraussetzung dafür, dass auch die nachwachsenden Zähne gesund sind. Müssen Zähne gezogen werden, können die Zahnlücken bleibende Sprachfehler verursachen. Eltern sollten möglichst früh mit ihren Kindern zur zahnärztlichen Vorsorge gehen, damit mögliche Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Zahn-, Mund, und Kieferbereich rechtzeitig erkannt werden", sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg anlässlich des Tags der Zahngesundheit am 25. September 2017. "Kinder werden kaum ein positives Verhältnis zum Zahnarzt aufbauen, wenn dieser gleich bohren muss. Eltern sollten Früherkennung als vertrauensbildende Maßnahme für ihre Kinder zum Zahnarzt nutzen", so Leyh weiter. Für die Zweieinhalb- bis Sechsjährigen tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für maximal drei Früherkennungsuntersuchungen im Abstand von mindestens zwölf Monaten.

Generell zeigt der Zahnreport positive Tendenzen. So ist der Anteil der Versicherten, die eine Zahnfüllung brauchten, im Jahr 2015 in Brandenburg auf 33,2 Prozent gesunken, fünf Jahre zuvor waren es noch 35 Prozent. In Sachsen waren es 35,5 Prozent, fünf Jahre zuvor 37,9 Prozent. Auch Wurzelbehandlungen sind leicht zurückgegangen von 6,9 Prozent im Jahr 2010 auf 6,2 Prozent im Jahr 2015. In Sachsen waren es jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger. Bei 9,8 Prozent der Brandenburger Versicherten musste der Zahnarzt im Jahr 2015 zur Zange greifen, fünf Jahre zuvor war dies bei 10,3 Prozent der Fall. Die Zahlen für Sachsen sind auch hier ähnlich: 9,6 Prozent im Jahr 2015 gegen 10,8 Prozent fünf Jahre zuvor.