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Maust
Fast 100 Jahre älter über Nacht

Dr. Karl-Fritz Mühler berichtete auf der Einwohnerversammlung im Mauster Gemeindezentrum über die neue Erkenntnisse zur Mauster Ersterwähnung.
Dr. Karl-Fritz Mühler berichtete auf der Einwohnerversammlung im Mauster Gemeindezentrum über die neue Erkenntnisse zur Mauster Ersterwähnung. FOTO: Marion Hirche
Maust. Neue Dokumente über die Geschichte des Teichländer Ortsteiles Maust gefunden. Von Marion Hirche

In der Gemeinde Teichland gibt es rührige Ortschronisten. Mit den Büchern über die Geschichte der Ortsteile Maust und Bärenbrück sind bereits zwei umfangreiche Werke über zwei der drei Dörfer erschienen. In Neuendorf steht die Ortschronistengruppe kurz vor Abschluss der Arbeiten. Es wurde  ein Archiv geschaffen. 46 Artikel wurden von den Neuendorfern geschrieben, 600 Seiten liegen vor, besonders die Bilddokumente müssen noch aussortiert werden. Im Juni soll alles fertig sein.

Die Mauster Geschichte ist schon 2012 erschienen und bedarf jetzt einer Veränderung. Dr. Karl-Fritz Mühler und Dr. Frank Knorr  haben weiter zu den Ereignissen des Dorfes Maust geforscht und sind auch durch Hinweise auf neue Dokumente gestoßen. Auf Tafeln im Gemeindezentrum und im Ort, in Veröffentlichungen im Internet und eben auch in dem erschienen Geschichtsbuch wird davon ausgegangen, dass Maust 1577 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das muss jetzt revidiert werden. „Im Brandenburger Domstiftsarchiv sind wir auf eine Urkunde gestoßen, die die Ersterwähnung auf 1507 bestätigt. Es war für uns etwas ganz besonderes, ein so altes, aber gut erhaltenes Dokument in Händen, natürlich mit Handschuhen, zu halten“, wusste Karl-Fritz Mühler auf der kürzlichen Einwohnerversammlung in Maust zu berichten. Allerdings ist auch das nicht das richtige Jahr. Chronistenkollegen haben Knorr, Mühler und Co auf weitere Spuren gelenkt. So wurde eine Rechtsspruchurkunde gefunden, die die Existenz des Dorfes Maust bereits für 1482 belegt. „Jetzt müssen wir alle Dokumente ändern und 2022 können wir 540 Jahre Maust feiern“, erklärte Karl-Fritz Mühler.  Dr. Frank Knorr erläuterte in dem Atemzug, dass  auch neue Erkenntnisse  über die Mauster Landschaft gewonnen wurden „Hier gab es eine Reihe von Wölb-Äckern, die auch heute noch erkennbar sind, so zum Beispiel am Mauster Kiessee.“

Zur Zeit wird eine neue Broschüre erarbeitet, die diese neuen Erkenntnisse berücksichtigt und die im April erscheinen soll.