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| 16:47 Uhr

Cottbus
Erinnerung an Hajo Schulze

 Marion Hirche überreicht Klaus Hirche ein Exemplar.
Marion Hirche überreicht Klaus Hirche ein Exemplar. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Familie der Sportreporterlegende komplettiert „Lausitzer Asse“ mit einer zweiten Auflage. Von Georg Zielonkowski

Vorbereitet hatte die am 27. Juli des Vorjahres verstorbene Sportreporter-Legende Hans-Joachim Schulze die Neuauflage seines Buches „Lausitzer Asse – ein Sportler-ABC“ noch selbst. Zu Ende geführt hat das Projekt nun seine Familie. Es wurde am Donnerstag vorgestellt, ein Tag, bevor Hajo seinen 89. Geburtstag gefeiert hätte.

„Wir haben an der Art der Formulierungen, die Vater bevorzugt hat, nichts geändert. Nur aufgrund seiner Aufzeichnungen haben wir Ergänzungen eingebracht und das Buch damit komplettiert. Wobei wir uns freilich auch dessen bewusst sind, dass es darüber hinaus noch viele andere Lausitzer Sportler gibt, die es ebenfalls verdient hätten, aufgeführt zu werden. Deshalb bitten wir um Nachsicht“, so Marion Hirche, die als freie Mitarbeiterin der RUNDSCHAU auf  Vaters Spuren wandelt und die einen großen Anteil an der Komplettierung der zweiten Auflage hatte.

So führte sie kompetent durch die Buchvorstellung und ging dabei auf manches Kapitel des 300-Seiten-Werkes ein. Sie zitierte aus den väterlichen Texten zum Turner Philipp Boy und zum Radsportweltmeister von 1982, Bernd Drogan. Auch der Beitrag über Eberhard Weise wurde kurz gestreift, der als einziger Lausitzer bei einer Sommer- und einer Winterolympiade als Leichtathlet und Bobfahrer gestartet war.

Leider war mit Klaus Hirche nur eines der berühmten Lausitzer Sport-Asse zur Buchvorstellung gekommen. „Verwandtschaftliche Verbindungen gibt es zwischen mir und ,dem Mann mit der schwarzen Maske’, wie der Weißwasseraner Torhüter stets genannt wurde, nicht. Aber eine wichtige Rolle in der Reporterarbeit von Vater hat er über 15 Jahre lang gespielt“, kündigte Marion Hirche den fast 80-Jährigen an. Dieser sprach mit Hochachtung von der Berufsauffassung der Reporterlegende: „Oft saß Herr Schulze noch lange nach Spielschluss unter freiem Himmel an der Eisfläche am Brauns­teich, um doch noch ein paar besondere Informationen von uns Spielern zu erhaschen. Und was er dann schrieb, war stets korrekt. Insofern ist er immer respektvoll mit uns Sportlern umgegangen.“

Musikalisch umrahmt wurde der Treff, zu dem viele Weggefährten Hajo Schulzes geladen waren, von dessen Enkel Quentin Hirche auf dem Fagott. Komplettiert wurde der unterhaltsame Nachmittag vom Einspieler des Caprifischers, laut Marion Hirche der Lieblingstitel ihres Vaters.

An einem Geburtstags-Blumengebinde, das Familie Schulze am Freitag ans Grab des Verstorbenen brachte, war eine Schleife angebracht. Mit ihrer Unterschrift darauf ehrten die Gäste, zu denen unter anderem Triathlet Reinhard Drogla, Stadtsportbund-Geschäftsführer Tobias Schick oder auch Tischtennis-Oldie Klaus Lehmann zählten, die Cottbuser Reporterlegende.