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Ärger für Bahnfahrer
Wenn Falschparker die Straßenbahn stoppen

Kleine Ursache – große Wirkung: Ein falsch geparktes Fahrzeug sorgte am Sonntagvormittag in der Straße der Jugend für einen Straßenbahn-Stau. Von 9.50 Uhr bis 10.25 Uhr hatten sich bereits drei Straßenbahnen "angesammelt".
Kleine Ursache – große Wirkung: Ein falsch geparktes Fahrzeug sorgte am Sonntagvormittag in der Straße der Jugend für einen Straßenbahn-Stau. Von 9.50 Uhr bis 10.25 Uhr hatten sich bereits drei Straßenbahnen "angesammelt". FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nichts geht mehr: Stehen Autos auf den Gleisen, schneiden sie mitunter ganze Stadtteile vom Bahnverkehr ab.

(sme) Falschparker, die den Straßenbahnverkehr behindern, sind ein wiederkehrendes Ärgernis für Cottbusverkehr und Bahnfahrer. Anfang Oktober verhinderte auf der Straße der Jugend zwischen Breitscheid- und Bürgerstraße ein Pkw die Fahrt der Straßenbahnen 3 und 4. Nach 50 Minuten konnte das Auto abgeschleppt werden. Auszüge aus den Fahrtenbüchern belegen weitere Vorfälle in diesem Jahr. „Was wie ein kleiner Patzer aussieht, kann weitreichende Folgen haben“, erklärt Christin Heldt, Sprecherin bei Cottbusverkehr. „Aufgrund der Bauarbeiten am Hauptbahnhof bildet die Straße der Jugend aktuell die einzige Nord-Süd-Verbindung. Umso wichtiger, dass die Strecke problemlos befahrbar bleibt.“

Neben der Straße der Jugend verleitet laut Cottbusverkehr vor allem die Berliner Straße auf Höhe der Sonnenuhr Autofahrer zum falschparken. Am 29. September fiel die Linie 2 deshalb dort zeitweise aus. Fahrzeughalter und Abschleppdienst trafen gleichzeitig vor Ort ein. Durch Falschparker kann es dazu kommen, dass Sandow vorübergehend vom Straßenverkehr abgeschnitten wird. „Wir können daher nur immer wieder an Autofahrerinnen und -fahrer appellieren, ihre Fahrzeuge nicht widerrechtlich mitten im Verkehr abzustellen“, so Christin Heldt. Da die Wartezeiten, die durch solche Staus entstehen, stark variieren, lässt sich der entstandene Schaden nicht beziffern. Sofern es möglich ist, versucht Cottbusverkehr kurzfristig Schienenersatzverkehre mit Bussen einzurichten. Christin Heldt: „Dies ist aber davon abhängig, ob Fahrpersonale und Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Nicht immer ist beides gegeben.“ Auch hier spielen die unkalkulierbaren Wartezeiten eine Rolle.

Es könne mitunter zu lange dauern, bis Ersatz-Busse am Einsatzort einträfen. Stehe ein Auto auf den Schienen oder der Fahrbahn, versuchten die Straßenbahnführer zunächst den Halter ausfindig zu machen. Meist sei der Falschparker nicht weit und stehe in einem Ladengeschäft in unmittelbarer Nähe. Durch Klingeln oder einen Ruf in Richtung des Geschäfts versuche das Fahrpersonal auf den Straßenbahnstopp aufmerksam zu machen. Im schlimmsten Fall komme der Halter nicht so schnell wieder. Der Straßenbahnfahrer informiere über Funk die Betriebsstelle, die wiederum einen Abschleppdienst bestelle. Darüber hinaus wird das Ordnungsamt in Kenntnis gesetzt.

Um dem Problem Herr zu werden hat Cottbusverkehr ihre Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt intensiviert, sagt Christin Heldt. Werde ein Fahrzeughalter erwischt, gebe es aufgrund der offensichtlichen Situation grundsätzlich kaum Diskussion. „Von Einsicht bei den Fahrzeugführern kann man allerdings nicht sprechen“, so das Ordungsamt.

(sme)