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| 06:59 Uhr

Cottbus
Fahrgastverband fordert bessere Lausitz-Anbindung

 Die Bahnanbindungen in der Lausitz sollen sich verbessern.
Die Bahnanbindungen in der Lausitz sollen sich verbessern. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Pro Bahn: Leipzig, Dresden und Berlin müssen schneller erreichbar sein. Der Verband aber fürchtet, dass sich Fahrzeiten künftig sogar verlängern. Von Andrea Hilscher

Peter Cornelius lebt in Berlin, Jens Endler in ­Großräschen. Beide sind leidenschaftliche Bahn-Freunde. Doch während Cornelius schon seit 1971 fast ausschließlich auf der Schiene unterwegs ist, ist Endler auf seinen Pkw angewiesen: Sowohl nach Dresden wie auch nach Cottbus würde er mit der Bahn doppelt so lange brauchen wie mit dem Auto.

Die beiden Männer gehören dem Berlin-Brandenburger Landesverband der Interessenvertretung Pro Bahn an. Am Wochenende haben sie sich zu einer Vorstandssitzung in Cottbus getroffen, gemeinsam mit ihren Kollegen aus Mitteldeutschland. Neben Gesprächen mit Verkehrsexperten aus der Region stand die Debatte über ein Lausitz-Papier des Verbandes an.

„Wir wollen im Umfeld der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg unsere Positionen deutlich machen und in die Politik einbringen“, sagt Peter Cornelius, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg. „Der Abschlussbericht der Kohlekommission enthält gute Ansätze für den Schienenverkehr, die wir unterstützen.“ Wegen der langen Planungsvorläufe aber sei es notwendig, schon jetzt etwas für eine bessere Anbindung der Lausitz zu unternehmen.

„Alle Beteiligten konzentrieren sich auf die Verbindung Cottbus – Berlin“, sagt Jens Endler. Die sei immens wichtig, es sei aber zu befürchten, dass nach der Umstellung von Odeg auf Deutsche Bahn ab 2022 mit einer Verlängerung der Fahrzeiten zu rechnen ist. „Nach unseren Berechnungen etwa zehn Minuten“, so Endler. Grund sei unter anderem die an sich gewünschte Splittung des Regionalexpresses und die Einbindung der Haltepunkte Kolkwitz, Kunersdorf, Raddusch.

Neben Berlin wächst nach Einschätzung von Pro Bahn auch die Bedeutung der Anbindung nach Dresden und Leipzig. „Die Züge sind voll“, sagt Peter Cornelius. Doch während Leipzig zeitlich schnell erreichbar ist, kostet die Fahrt nach Dresden aus der Lausitz deutlich mehr Zeit als mit dem Auto. Das müsse sich ändern. „Außerdem leiden viele Fernpendler darunter, dass sie ihre Anschlusszüge oft verpassen, von Leipzig aus fahren viele Menschen weiter nach Frankfurt oder München, die sind auf eine sinnvolle Anbindung angewiesen“, sagt Peter Cornelius.

Sie seien nicht so vermessen, sich mehr Züge zu wünschen, an dem sinnvolleren Einsatz der vorhandenen Ressourcen tüfteln die Bahnfans derzeit. So sei eine stündliche Verbindung zwischen Cottbus und Dresden ohne wesentliche Mehraufwendungen möglich, auch eine Anbindung Hoyerswerda – Kamenz – Dresden könne geschaffen werden.

Jens Endler: „Man sieht am Beispiel der BTU-Stundenten aus Berlin, wie erfolgreich die Bahn sein kein, wenn sie preislich und logistisch Attraktive Angebote macht.“ Wenn die Lausitz attraktiv für junge Menschen und Fachkräfte sein wolle, wäre hier ein wichtiger Ansatz.“