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| 02:33 Uhr

Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche

Tag der offenen Tür an der Medizischen Schule des CTK am Donnerstagnachmittag Hebammenschülerinnen Anne-Sophie Sommer (li) und Lilli Schneider baden ein "Baby".
Tag der offenen Tür an der Medizischen Schule des CTK am Donnerstagnachmittag Hebammenschülerinnen Anne-Sophie Sommer (li) und Lilli Schneider baden ein "Baby". FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. In Cottbus wird es zunehmend schwierig, Fachkräfte für die Gesundheitsbranche zu finden. Das Carl-Thiem-Klinikum und die Arbeitsagentur Cottbus wollen künftig enger kooperieren, um freie Ausbildungs- und Arbeitsstellen schneller als bisher zu besetzen. Andrea Hilscher

Cottbus. Susanne Mitzscherlich weiß als Leiterin der Medizinischen Schule des CTK schon seit einigen Jahren um den drohenden Fachkräftemangel. "Die Situation auf dem Bewerbermarkt wird schwieriger. Noch können wir zwar alle unsere Plätze in der Schule besetzen, aber wir nehmen inzwischen auch Bewerber, die noch vor einigen Jahren nicht unbedingt in die engere Auswahl gekommen wären."

Über 500 Azubis in sieben verschiedenen Berufen lernen derzeit an der Medizinischen Schule, jährlich werden rund einhundert Absolventen an die Krankenhäuser der Region entlassen. Susanne Mitzscherlich: "Wer bei uns einen guten Abschluss macht, kann sich darauf verlassen, unter mehreren Stellenangeboten auswählen zu können."

Inzwischen dauert es in den unterschiedlichen Gesundheitsberufen immer länger, bis freiwerdende Stellen besetzt werden können. "Im Schnitt sind es 137 Tage", so Heinz-Wilhelm Müller, Chef der Arbeitsagentur Cottbus. Er begrüßt daher den Kooperationsvertrag, der jetzt mit dem Thiem-Klinikum geschlossen wurde.

"Wir haben in beiden Häusern feste Ansprechpartner, außerdem will uns das Klinikum schneller als bisher melden, welche Stellen frei werden." Die Berufsberater des Arbeitsamtes werden intensiv für die Gesundheitsberufe werben. "Nicht nur bei den Schulabgängern, sondern auch bei Menschen, die sich nach ersten Jahren im Beruf oder nach der Familienphase umorientieren wollen", so Müller.

Auch für die Attraktivität der Berufe selbst will sich das CTK verstärkt engagieren. Anne Kazmirczek, Personalchefin des Krankenhauses: "50 Prozent unserer Belegschaft sind zwischen 41 und 55 Jahren alt, 16 Prozent sogar älter. Wir wissen, dass unsere Mitarbeiter länger als früher im Berufsleben stehen müssen, und dass sich die Aufgaben verdichten. Damit sich die Arbeitsbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, müssen wir aktiv werden."

Derzeit sind im Klinikum 2302 Mitarbeiter beschäftigt. 1360 Menschen arbeiten im Bereich Pflege- und Funktionsdienst, 350 im medizinisch-technischen Dienst. 340 Männer und Frauen sind Ärzte. Anne Kazmirczek: "Noch können wir freiwerdende Stellen relativ gut besetzen, doch gerade in den hoch spezialisierten Bereichen wird es schwieriger."

Die Arbeitsagentur bemüht sich daher verstärkt darum, auch in Berlin für den Standort Cottbus zu werben. "Dort gibt es Hunderte arbeitslose Mediziner", sagt Heinz-Wilhelm Müller. "Aber bisher haben wir es nicht geschafft, auch nur einen aus dieser Gruppe für die Region zu gewinnen."