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Experte lobt Cottbus für Alkoholverbot

Präventiver Einsatz von Polizei, Ordnungsamt und Ausländerbehörde im Bereich der Cottbuser Stadthalle und des Puschkinparks.
Präventiver Einsatz von Polizei, Ordnungsamt und Ausländerbehörde im Bereich der Cottbuser Stadthalle und des Puschkinparks. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Cottbus hat auf die anhaltenden Vorfälle auf dem Stadthallenvorplatz mit einem Maßnahmenpaket reagiert: mehr Polizei, Alkoholverbot, Videoüberwachung. Ein Experte ist jetzt voll des Lobes für diesen Plan. bob

Der Kriminologe Christian Pfeiffer gehört zu den Experten im Land, wenn es um Polizei und Verbrechen in Deutschland geht. In einem Interview mit dem Focus äußert er sich nun äußerst positiv über die aktuellen Polizeimaßnahmen in Cottbus. "Mich beeindruckt das sehr. Das Konzept zeugt von sicherheits- und sozialpolitischer Kreativität. Man könnte es nicht besser konzipieren", lobt Pfeiffer.

Wichtig sei, dass in Cottbus nicht nur Polizeipräsenz erhöht wird, sondern Streetworker und andere Ansätze verfolgt werden. "Ein ganz wichtiger Punkt ist für mich das Alkoholverbot. Die Polizei kann damit künftig präventiv eingreifen und muss nicht mehr warten, bis jemand betrunken ist und dann Ärger macht", so Pfeiffer. "Ergänzt durch eine erhöhte Polizei-Präsenz schafft man es, Vertrauen wiederherzustellen und die Bürger zu beruhigen."

Befürchtungen, dass Alkoholverbot würde nun dazu führen, dass die Gruppen sich andere Orte in der Stadt suchen, weist der Kriminologe zurück. Erfahrungen aus anderen Städten, etwa Hannover, hätten gezeigt, dass die Gruppen nicht geschlossen an einen anderen Ort wandern.

"In Cottbus ist die Situation insoweit brisanter, da die rechte Szene in der Stadt ziemlich ausgeprägt ist. Um das Zusammentreffen zwischen Rechten und Flüchtlingen zu verhindern, ist es deshalb ist es umso wichtiger, die Flüchtlinge mit den Streetworkern konkret anzusprechen", rät Pfeiffer. Es gebe immer "eine Art Sprecher unter den Flüchtlingen". Diesen müsse man ausfindig machen und mit den Streetworkern gezielt ansprechen. So könne man in den Dialog kommen und Situationen deeskalieren.