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| 17:31 Uhr

Aktion
Ex-Linke gründen Wählergruppe „Unser Cottbus“

Jürgen Siewert und Jürgen Maresch (v.l.) haben am Samstag die Wählergruppe „Unser Cottbus“ gegründet..
Jürgen Siewert und Jürgen Maresch (v.l.) haben am Samstag die Wählergruppe „Unser Cottbus“ gegründet.. FOTO: Peggy Kompalla / LR
Cottbus. Jürgen Siewert und Jürgen Maresch werden mit Jochen Schubert von der FDP ab Februar eine Fraktion bilden. Von Peggy Kompalla

(pk) Die beiden parteilosen Einzelabgeordneten Jürgen Maresch und Jürgen Siewert haben am Samstag unter Beteiligung von rund 20 Interessierten die Wählergruppe „Unser Cottbus“ gegründet. Bei der Veranstaltung in der Freizeitoase präsentierten sie mit dem Stadtverordneten Jochen Schubert (FDP) einen Koalitionspartner, mit dem sie ab Februar eine Fraktion bilden werden. Schubert erklärte: „Wir haben ähnliche Ansichten. Ich bin Kommunalpolitiker. Mir geht es allein um Cottbus.“ Bislang gehört er über eine Hospitanz der CDU-Fraktion an. „Ich möchte wahrgenommenen werden. In der CDU-Fraktion bin ich bisher untergegangen.“

Erst durch die Bildung einer Fraktion, in der sich mindestens drei Abgeordnete zusammenfinden müssen, kann die neue Wählergruppe in der politischen Arbeit Akzente setzen. Denn nur Fraktionen können Mitglieder und sachkundige Bürger in die Fachausschüsse schicken, wo die Themen und Projekte verhandelt werden, bevor sie ins Stadtparlament kommen.

Siewert und Maresch waren beide früher langjährige Mitglieder der Linken. Maresch saß sogar fünf Jahre für die Partei im Potsdamer Landtag. Beide Männer eint mit den Interessierten am Samstag der Verdruss gegenüber den etablierten Parteien. Jürgen Siewert betonte: „Wir haben 1989 erlebt und wissen, was passiert, wenn man die Meinung der Bürger überhört.“ Er stellte zu Beginn der Sitzung klar, dass für alle Ansichten bei der Wählergruppe Platz sei – mit einer Ausnahme: „Links- und Rechtsextremismus schließen wir aus. Wir akzeptieren keine Gewalt.“

Wie sehr das Misstrauen in der Runde den Parteien gegenüber ist, zeigte die Diskussion um den Namen der Fraktion. Alle Beteiligten störten sich daran, dass die FDP darin auftauchen soll. Wofür die Wäh­lergruppe steht, sollen die Bürger festlegen. So wurde die Gründungssitzung zur ersten Themensammlung. Auf der Liste stehen Kinder- und Altersarmut, die Brache an der Stadtpromenade, Schulsozialarbeit, Integration, Tourismus, Wirtschaft, Stadtgrün und der Ostsee. Klar wurde, dass den Menschen ihre Stadt am Herzen liegt und sie sie ins rechte Licht rücken wollen.