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| 19:36 Uhr

Europa
EU will Plastikgeschirr verbieten – Lausitz reagiert gelassen

Auch Strohalmen droht der EU-Bann.
Auch Strohalmen droht der EU-Bann. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. Mit einem Verbot von Plastiktellern, Trinkhalmen, Wattestäbchen und Ballonhaltern will die EU-Kommission die Vermüllung der Meere bremsen .Die Lausitz reagiert gelassen auf den Brüsseler Vorstoß. Alternativen erfordern Mehraufwand. Von Lydia Schauff

Ein kühles Bier oder eine heiße Gulaschsuppe: Wer darauf bei einem Stadtfest Appetit verspürt, bekommt beides meist in Plastikgeschirr gereicht. Geht es nach der EU-Kommission ändert sich das bald. Sie will Plastikgeschirr verbieten.

Betroffen von der am Montag in Brüssel vorgestellten Richtlinie wären auch Strohhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter aus Plastik sowie andere Wegwerfartikel aus Kunststoff.

Die Reaktionen auf den Vorstoß aus Brüssel sind verhalten. „Vielleicht wird es dann keine Gulaschkanonen mehr geben“, sagt Janine Jurisch vom Cottbuser Partyservice Jurisch, der RUNDSCHAU. Sie könne ja nicht einfach auf Keramikgeschirr wechseln. Ein Grund dafür sei der wesentlich kompliziertere Transport, wie Manuela Damm, Projektplanerin von der Coex GmbH, Veranstalter des Cottbuser Stadtfests, weiß. Hinzu kommt: Gläser und Keramikteller seien zerbrechlich und auf Stadtfesten aus Sicherheitsgründen in der Regel verboten.

Deswegen setzt Coex auch dieses Jahr beim Cottbuser Stadtfest wieder auf Plastikbecher. Auf diese werde allerdings Pfand erhoben, damit wieder bei den Budenbesitzern landen. Am Ende werde der Bechermüll eingesammelt und recycelt. Laut Manuela Damm wird neuerdings darüber nachgedacht, auf Hartplastikbecher umzusteigen. Diese werden gespült und wiederverwendet. Allerdings brauche es dafür eine Spülstation und entsprechende Logistik. Schausteller Heinz-Günter Schoppe, der in seinem Imbisswagen Langos anbietet, weist darauf hin, dass es „nicht überall einen Wasseranschluss gibt“.

Die EU-Kommission begründet ihren Vorstoß mit dem Schutz der Ozeane, wo nach Angaben der Behörde jährlich 500 000 Tonnen Plastikmüll landen. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik.