| 02:33 Uhr

"Es ist wichtig, dass wir der Geschichte nachspüren"

Die Autoren Regina und Dietmar Schulze stellten am Sonntag im Rahmen einer Feierstunde zu Ersterwähnung von Schorbus vor 790 Jahren und zum 20-jährigen Bestehen des gemischten Kirchenchores die Ortschronik von Schorbus vor.
Die Autoren Regina und Dietmar Schulze stellten am Sonntag im Rahmen einer Feierstunde zu Ersterwähnung von Schorbus vor 790 Jahren und zum 20-jährigen Bestehen des gemischten Kirchenchores die Ortschronik von Schorbus vor. FOTO: Marion Hirche/jul1
Schorbus. 367 Einwohner hat Schorbus, ein Gemeindeteil von Drebkau. Jetzt hat dieses Dorf eine Chronik mit mehr Seiten als Einwohnern. Marion Hirche/jul1

In diesem Jahr jährt sich zum 790. Mal die Ersterwähnung von Schorbus. Außerdem feiert der Kirchenchor sein 20-jähriges Bestehen. Diese beiden Anlässe wurden jetzt in einer Feierstunde gewürdigt. Chorleiterin Jana Lippert berichtete von den Anfängen des Chores, von vielen Auftritten, so in der Berliner Gedächtniskirche, und von der Notwendigkeit von gemeinsamen Proben mit dem Madlower Kirchenchor mangels Mitgliedern. Sie erinnerte auch an die vielen gemeinsamen Unternehmungen. In der Feierstunde am zweiten Oktobertag brachten sie sich mit zahlreichen Liedern selbst ein Ständchen zum Geburtstag. Gleich zu Beginn erklang "Lasst es klingen, lasst uns singen - unser Festlied". Pfarrer Robert Marnitz gehörte nicht nur zu den Männerstimmen in dem gemischten Chor, sondern er dankte auch den Sängern und Sängerinnen.

Zum Dorfjubiläum gab es ein Geschenk für alle: Die Chronik des Dorfes wurde veröffentlicht. Auf 404 Seiten ist die Historie des Ortes von der Urzeit bis zur Gegenwart festgehalten. Die beiden Schorbuser Einwohner Regina und Dietmar Schulze haben das Buch geschrieben, habe dazu das Wort- und Bildmaterial gesammelt. In der Feierstunde stellte das Ehepaar Auszüge aus ihrem Buch vor. Dabei erfuhren die Zuhörer in der voll besetzten Kirche mehr über die Entstehung des namens "Kappenberg" und über den Nachtjäger am Teufelsstein, sowie über den Niedergang der sorbisch/wendischen Sprache in Schorbus. Die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Cottbus Ulrike Menzel betonte in ihrer Rede: "Es ist für alle Menschen wichtig, dass wir der Geschichte nachspüren. Nur ein kurzfristiges Glück zu suchen, macht nicht glücklich" und brachte ihre Vorfreude auf das Lesen dieses Buches zum Ausdruck. Zudem sagte sie, dass ein Chor, der aktiv ist, immer eine gute Werbung für ein Dorf ist.

Nach der Feierstunde, die Ortsvorsteher Frank Schätz eröffnet hatte und Gemeindekirchenratsmitglied Dietmar Paßora sorgfältig geplant hatte, waren alle zum Kaffeetrinken ins Vereinshaus Schorbus eingeladen. Hier konnten dann auch alle das Buch kaufen.. Diesem Zeitpunkt fieberten Renate und Oswald Bier entgegen. "Ich habe auch einige Inhalte für die Chronik geliefert", war von Oswald Bier zu erfahren: "Ich habe schließlich 25 Jahre lang hier die Feuerwehr geleitet." Bei den Autoren Regina und Dietmar Schulze in Schorbus kann das Buch erworben werden. Kontakt unter Telefon 035602 / 23676.