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Es bewegt sich was

Cottbus. Das wilde Grün ist weg und gibt von der Berliner Straße den Blick frei auf ein weites Feld in Richtung Lausitzer Straße. Dort stand einst das städtische Gaswerk. Peggy Kompalla

Von der Altlast blieb kaum mehr als ein Tor übrig. Das Areal ist aufwendig saniert worden. Der Gebäude-Komplex wurde abgetragen, der Boden ausgetauscht. Nun bewegt sich was. Noch ist das weniger auf der Brache selbst zu sehen, als vielmehr im Rathaus. Doch das sind gute Zeichen. Denn das Gebiet ist nicht einfach. Sowohl für den Neubau eines Supermarkts, als auch die Wohnbebauung gab es aus dem Baudezernat grundsätzlich Zustimmung.

Für die Entwicklung wird das Gelände zweigeteilt. Im Süden zur August-Bebel-Straße sollen rund 80 Wohnungen entstehen. Stadtsprecherin Kerstin Jebas erklärt: "Dazu liegt aktuell ein Bauantrag vor. Eine Bauvoranfrage wurde bereits positiv beschieden."

Für den nördlichen Teil zur Berliner Straße ist eine reine gewerbliche Nutzung geplant. Denn auch nach abgeschlossener Altlastensanierung ist eine Wohnbebauung aufgrund der weiterhin bestehenden Bodenbelastungen nicht erlaubt. "Dieses Areal wurde durch die Rewe Gruppe mit dem Ziel erworben, einen Supermarkt zu errichten", so die Stadtsprecherin. Diesbezüglich liege ebenfalls bereits eine positiv bewertete Bauvoranfrage vor. Nun ist ein Bebauungsplan in Arbeit, über den die Stadtverordneten entscheiden müssen. Das Papier sei nötig, weil der Supermarktbetreiber die Verkaufsfläche auf 1800 Quadratmeter erhöhen möchte. Darüber hinaus war das Areal ursprünglich vollständig für eine Wohnbebauung vorgesehen, was nun jedoch wegen der fortbestehenden Bodenbelastung ausgeschlossen ist.

Die Supermarkt-Pläne klingen zunächst unlogisch. Denn nur 500 Meter entfernt existiert bereits ein Rewe-Markt in der Schweriner Straße. Der soll nach derzeitigen Plänen dann in die Lausitzer Straße umziehen. In der Schweriner Straße wird damit Platz für einen Penny-Markt geschaffen. Damit kann der Lebensmittel-Konzern in dem Wohnquartier zwei unterschiedliche Preissegmente abdecken.

Der Ströbitzer Bürgervereinschef Detlef Buchholz bewertet die Entwicklung positiv, besonders die Kombination aus Wohnbebauung und Gewerbe. "Es ist gut, wenn sich jemand für das nicht ganz einfache Terrain findet."

Tatsächlich ist das Umweltamt weiterhin mit dem Gelände beschäftigt, wie Leiter Stephan Böttcher erläutert. So dürfe an dem Standort kein Spielplatz errichtet werden. Darüber hinaus müssen Investoren bei Tiefbauarbeiten Mehrkosten einplanen, wenn sie auf kontaminierten Boden stoßen. Denn auf dem Areal wurden nur die Eintragsherde großflächig bis in eine Tiefe von sechs Metern ausgetauscht. Zudem darf das Grundwasser nicht genutzt werden. Die Fachleute aus dem Umweltamt haben weiter ihre Augen auf das Gelände. Ein Monitoring des Grundwassers läuft. Böttcher dazu: "Derzeit zeigt sich keine Aufschwemmung von Schadstoffen."