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Erwin Seemel

Cottbus.. Der gelernte Schriftsetzer, am 11. Juni vor 90 Jahren in Heegermühle bei Eberswalde geboren, war der Nachfolger des Stadtarchivars Walther. Er begann nach seinem Studium 1950 als Archivar des Landesarchivs in Lübben. Er gehörte 1954 zu den Mitgründern der von Dr.

Rudolf Lehmann, Leiter des Landesarchivs, geführten "Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde", die 1958 von staatlichen Stellen aufgelöst wurde.
Seemels Engagement für eine der Öffentlichkeit dienende Archivarbeit gelang es gemeinsam mit Prof. Dr. Redlich, 1965 den "Niederlausitzer Arbeitskreis für regionale Forschung beim Rat des Bezirkes Cottbus" zu gründen und ab 1967 die Schriftenreihe "Niederlausitzer Studien" herauszugeben, die von 1971 bis 1989 diesen Namen nur im Untertitel trug und "Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus" hieß.
Nach dem Ausscheiden von Max Walther aus Altersgründen übernahm Erwin Seemel die Leitung des Cottbuser Stadtarchivs (als Ein-Mann-Betrieb). In den bescheidenen unteren Räumen im Stadthaus Altmarkt 21 konnte Erwin Seemel mit großem Fleiß viele Akten, Karten und Fotos ein- und zuordnen, Ortschronisten und anderen Nutzern manchen Ratschlag geben und Materialien für kommunale, justitielle und für Ausstellungszwecke zur Verfügung stellen.
Die von ihm begonnene Bibliografie aller Beiträge der "Niederlausitzer Studien", gediehen bis zu Heft 20, blieb zu seinen Lebzeiten ungedruckt; erst im Jahre 2002 konnte das Register für die Hefte 1-30 der Jahrgänge 1967-2001 sowie für die Vorgänger-Hefte 1-29 der "Niederlausitzer Mitteilungen" 1885-1941 im Druck erscheinen. Nach seiner Pensionierung 1982 war Erwin Seemel bis 1990 ehrenamtlich tätig im Kreisarchiv Cottbus-Land und war weiterhin aktiv im Cottbuser Vorstand der "Gesellschaft für Heimatgeschichte" und in der Gruppe Heimatgeschichte/Ortschronik des Kulturbundes. Erwin Seemel starb am 24. Dezember 1999 in Cottbus. (dl/hhk)