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| 14:31 Uhr

Schrittmacher unter der Haut
Erstmals subkutaner Defibrillator in Cottbus eingesetzt

Am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus ist zum ersten Mal ein subkutaner Defibrillator eingesetzt worden
Am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus ist zum ersten Mal ein subkutaner Defibrillator eingesetzt worden FOTO: CTK
Cottbus. Am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus ist zum ersten Mal ein subkutaner Defibrillator eingesetzt worden. Das neue: Er sitzt unter der Haut und kommt ohne Sonde im Herzen aus.

In einer Pressemitteilung hat das Cottbuser Klinikum am Mittwoch über die Neuerung informiert. „Eine einstündige OP ermöglicht die Versorgung mit einem Defibrillator ohne vorausgehenden großen gefäßchirurgischen Eingriff und mit einer geringeren Belastung für das Herz“, erläutert die Pressestelle des CTK.

Der 78-jährigePatient, der als Erster von dieser neuen Methode in Cottbus profitiert, hat Herzrhythmusstörungen, die – bleiben sie unbehandelt – sein Leben gefährden. „Er war in den vergangenen Jahre durch einen Defibrillator mit einer Sonde im Herzen geschützt. Dafür wurden die Kabel durch die Schultervene geführt, die sich im Laufe der Zeit aber verschlossen hatte. Um den Zugang zum Herzen wieder zu ermöglichen, wäre ein großer herzchirurgischer Eingriff nötig gewesen. Das bleibt dem Patienten durch den subkutanen Defibrillator erspart“, so das CTK.

Subkutan bedeutet: unter der Haut sitzend. Die Sonde wird außerhalb des Brustkorbs platziert. Sie gibt den lebensrettenden Stromstoß ab, wenn die schwere Herzrhythmusstörung nicht von allein wieder aufhört. Der erste subkutane Defibrillator kam in Europa 2009 zum Einsatz. Unter der Haut sitzen eine Elektrode und ein Aggregat. Die Elektrode ist ein isolierter Draht, der die elektrischen Signale des Herzens erfasst und die Daten an das Aggregat überträgt. Das batteriebetriebene Aggregat überwacht die Herzrhythmen und gibt bei gefährlich schnellen Herzrhythmen einen elektrischen Schock über die Elektrode ab.

Dieser neue Eingriff wird unter Vollnarkose vorgenommen – ist für den Patienten aber weitaus weniger belastend als eine lange OP. Der erste Patient mit diesem Defibrillator konnte nach zwei Tagen ohne Beschwerden entlassen werden und kommt nur regelmäßig zur Nachkontrolle.

(bob)