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| 05:59 Uhr

Sieben Tage Erprobung
Erstes Wasser für den Cottbuser Ostsee

Cottbus. Heimlicher Flutungsbeginn für den Cottbuser Ostsee? Seit dem 15. Januar erfolgt der laut Leag auf sieben Tage festgelegte Erprobungsbetrieb des Einlaufbauwerks für den Ostsee unweit von Lakoma. Das zieht die Menschen an wie ein Magnet.

Seit Dienstag läuft Wasser in den Ostsee. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen „heimliche Flutungsbeginn“, wie in Willmersdorf gemunkelt. Vielmehr wird der Einlauf technisch erprobt. Das war nach Auskunft des federführenden Energieunternehmens Leag im Oktober wegen des niedrigen Wasserstands der Spree nicht möglich.

Lakoma ist dieser Tage eine echte Attraktion. Auch Willmersdorfs Ortsvorsteherin Anke Schulz steht auf der Plattform des Einlaufs und filmt, wie das Wasser in den Ostsee rauscht. Das Ereignis hat sich im Dorf wie ein Lauffeuer herumgesprochen. „Die Freude ist groß“, sagt die Ortsvorsteherin. „Die Leute träumen schon davon, baden zu gehen. Jetzt kann man sich das wirklich vorstellen.“

Allerdings wird der Wasserhahn nach sieben Tagen wieder zugedreht. Denn für die Flutung gibt es vom zuständigen Landesbergamt noch kein grünes Licht. Eine Entscheidung darüber wird nach Auskunft der Behörde im ersten Quartal 2019 erwartet.

Leag-Sprecher Thoralf Schirmer erklärt: „Bei dem Erprobungsbetrieb handelt es sich um einen eingehenden technischen Funktionstest des Einlaufbauwerks.“ Demnach war bereits bei der Fertigstellung der Anlage am 23. Oktober 2018 im Rahmen der „Bauabnahme nass“ durch die Aufsichtsbehörden kurz der Einlauf geöffnet worden. „Aufgrund der extremen Trockenheit ist das aber auf eine halbe Stunde beschränkt worden, um die Spree nicht zusätzlich zu belasten.“

Seitdem der Fluss ausreichend Wasser führt, seien die Funktionstests nun möglich. Neben dem Regen der vergangenen Wochen, werde ein zusätzlicher Effekt positiv wirksam. Die Talsperre Spremberg musste für den Winterstau Platz schaffen. Sprich: Es wurde zusätzlich Wasser abgegeben.

 Immer wieder kommen Interessierte zum Einlaufbauwerk bei Lakoma, um ein Erinnerungsbild vom ersten Wassereinlauf in den Cottbuser Ostsee zu machen.
Immer wieder kommen Interessierte zum Einlaufbauwerk bei Lakoma, um ein Erinnerungsbild vom ersten Wassereinlauf in den Cottbuser Ostsee zu machen. FOTO: LR / Frank Hilbert

Bei der Erprobung des Einlaufs werden der Leag zufolge unterschiedlich starke Wassermengen durch die Anlage geschickt. Damit werden Schwankungen simuliert und die Auswirkungen auf den Hammergraben – über den das Spreewasser in den Ostsee gelangt – dokumentiert. Der Hammergraben verfügt über eine Kapazität von sieben Kubikmetern Durchlauf pro Sekunde. „Wir nutzen nur die Hälfte der Kapazität bei der Erprobung“, so Thoralf Schirmer.

Zuschauer für die Erprobung seien willkommen. Allerdings, so warnt der Unternehmenssprecher, nur an den öffentlich zugänglichen Stellen – also auf der Aussichtsplattform. „Im abgesperrten Bereich besteht Lebensgefahr“, betont er. Mit dem Einlauf von Wasser rechnen die Experten mit Rutschungen auf der Innenkippe. Am Dienstag allein sind nach Schätzungen der Leag rund 100 000 Kubikmeter Wasser in den Ostsee gelaufen.

(pk/fh)