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| 18:06 Uhr

Heimatgeschichte
Von „Pop“ zu „Papitz“ über „Pfaffendorf“

Pfarrer Klaus Natho bei einer Führung über den Friedhof an der Gulbener Kirche. Das neue Jahrbuch zu Kolkwitzer Geschichte(n) speist sich aus den historischen Quellen der einzelnen Ortsteile.
Pfarrer Klaus Natho bei einer Führung über den Friedhof an der Gulbener Kirche. Das neue Jahrbuch zu Kolkwitzer Geschichte(n) speist sich aus den historischen Quellen der einzelnen Ortsteile. FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Kolkwitz legt erstes Jahrbuch der Großgemeinde vor. Von Marion Hirche

Für die Großgemeinde Kolkwitz liegt jetzt das erste Jahrbuch „Kolkwitzer Geschichte(n)“ vor. Die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte hat das Material dafür zusammengetragen. Zu den Autoren gehören Ramona Gassert, Ingo Höhne, Gabriele Hubert, Reinhard Lecher und Wolfgang Lehnigk.

 Die Broschüre beinhaltet sowohl einen Monatskalender für 2019 als auch Informationen zur Heimatgeschichte, Berichte über die Kolkwitzer Vergangenheit, Sagenhaftes und Texte über das aktuelle Geschehen in der Großgemeinde. Hinzu kommt die Jahreschronik 2017 der Kommune. Das Büchlein ist reich bebildert. Aktuelle Fotos, Aufnahmen aus der jüngeren Vergangenheit und Postkartenmotive vom 19. und 20. Jahrhundert sorgen für viel Anschaulichkeit.

In dem Jahrbuch werden dem Leser mehrere bekannte Kolkwitzer vorgestellt. Dazu gehören Walter Bohg, Fritz Handrow oder sogar Heinrich von Kleist. Im Kapitel über die Kolkwitzer Kirchenlandschaft ist zu erfahren, dass es in Limberg eine Kirchenbaracke gab, obwohl der Ort bis heute keine eigenes Gotteshaus hat. Einige Namen der Ortsteile sind erklärt, so zum Beispiel „Papitz“. Der Name ist von „Pop“ abgeleitet. Das ist Wendisch und heißt auf Deutsch „Pfaffe“. Der Ortsname bedeutet „Pfaffendorf“.

Interessante Fakten liefert der kleine historische Rückblick: Um 1550 wurden die Glinziger Teiche angelegt. Zwischen 1790 und 1809 hielten sächsische Händler auf der Dorf­aue in Gulben bedeutende Märkte ab. 1829 macht das erste Mal eine Postkutsche in Kolkwitz Halt. 1844 wird das Zollhaus Glinzig im Zusammenhang mit dem Straßenbau Cottbus-Berlin errichtet.

Berichtet wird auch über das aktuelle Geschehen: Es geht um die Entstehung des Kolkwitzer Wichtelmarkts, um den Sängerchor Kunersdorf, um die Lindenmusikanten, um den Ortsteil Hänchen und um das Alte Forsthaus in Kolkwitz. Am Ende der Broschüre findet jeder akribisch aufgeführt die Fakten über das vergangene Jahr der Großgemeinde. Da ist vermerkt, dass am 22. Juli die 15. Beachparty in Babow war, dass am 10. September in der Kirche Kolkwitz eine Jubelkonfirmation gefeiert wurde und, dass am 12. Dezember in Klein Oßnig ein Runder Tisch zur Lärmbelästigung auf der B 169 stattfand.

Gedruckt wurde das Jahrbuch in der Druckerei Schiemenz. Ein Kolkwitzer ist Inhaber dieser Cottbuser Druckerei. Erhältlich ist die Broschüre in der Gemeindeverwaltung und in der Bibliothek.

Die Kirchen, wie in Krieschow, sind steinerne Chroniken der Dorfgeschichte.
Die Kirchen, wie in Krieschow, sind steinerne Chroniken der Dorfgeschichte. FOTO: Marion Hirche