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| 18:27 Uhr

Wirtschaftspolitik
Schaufeln für die Zukunft

 Sechs Schippen voll Sand fürs neue Gründerzentrum am Campus: (v.l.) GWC-Aufsichtsratschef Reinhard Drogla (SPD), Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), Staatssekretär Hendrik Fischer, Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD), BTU-Vizepräsidentin Katrin Salchert und GWC-Chef Torsten Kunze setzen symbolisch die ersten Spatenstiche. Der Neubau soll auf 5000 Quadratmetern Raum für Ideen geben und Arbeitsplätze schaffen.
Sechs Schippen voll Sand fürs neue Gründerzentrum am Campus: (v.l.) GWC-Aufsichtsratschef Reinhard Drogla (SPD), Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), Staatssekretär Hendrik Fischer, Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD), BTU-Vizepräsidentin Katrin Salchert und GWC-Chef Torsten Kunze setzen symbolisch die ersten Spatenstiche. Der Neubau soll auf 5000 Quadratmetern Raum für Ideen geben und Arbeitsplätze schaffen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Erste Spatenstiche für Gründerzentrum am BTU-Campus in Cottbus sind gesetzt worden. Der Neubau kostet 14 Millionen Euro und soll spätestens im Mai 2021 in Betrieb gehen. Von Peggy Kompalla

Mit dem neuen Gründerzentrum am BTU-Campus will die Stadt Cottbus eigene Akzente für die Zukunft setzen. Das betont Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Wo einst die Schwimmhalle stand, klafft heute eine Baugrube. Daraus soll bis zum Jahr 2021 eine Ideenschmiede für die Region wachsen. Die Gesamtkosten liegen bei 14 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro kommen als Fördergeld vom Land Brandenburg. Planung, Bau und Betrieb liegen in der Hand des kommunalen Wohnungsunternehmens GWC.

Beim symbolischen ersten Spatenstich am Freitag überwiegen Optimismus und Freude für das Regionale und Cottbuser Gründerzentrum am Campus (RCGC) – so der offizielle Name. Dabei hat in den vergangenen Monaten vor allem die Entstehungsgeschichte für einige Kritik in der Stadt gesorgt. Denn die erwies sich als „verwinkelt“, wie es selbst GWC-Aufsichtsratschef Reinhard Drogla (SPD) formuliert.

 So wird das Regionale und Cottbuser Gründerzentrums am Campus (RCGC) von außen aussehen.
So wird das Regionale und Cottbuser Gründerzentrums am Campus (RCGC) von außen aussehen. FOTO: GWC / Grafik
 So wird das Regionale und Cottbuser Gründerzentrums am Campus einmal aussehen.
So wird das Regionale und Cottbuser Gründerzentrums am Campus einmal aussehen. FOTO: GWC / Grafik

Eigentlich sollte das Gründerzentrum dieser Tage bereits eröffnen und zudem an anderer Stelle stehen – nämlich an der Werbener Straße. „Die alte Schule war ein guter Standort“, betont Drogla. „Aber er hätte für künftige Maßstäbe nicht gereicht.“ Mit der BTU als festem Partner an der Seite hätten auch die Skeptiker überzeugt werden können. GWC-Chef Torsten Kunze sei in dem Prozess die „Lokomotive“ gewesen. Reinhard Drogla ist überzeugt, dass sich das Gründerzentrum zum „Durchlauferhitzer für die Region“ entwickelt.

So optimistisch zeigt sich auch Hendrik Fischer. Der Staatssekretär aus dem Brandenburger Wirtschaftsministerium ist am Freitag extra von Potsdam nach Cottbus gereist und nimmt bereits eine Aufbruchstimmung wahr. Er zählt auf: „Die Ansiedlung der Frauenhofer-Institute und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt an der BTU, aber auch die Entscheidung zur Zukunft des Cottbuser Bahnwerks. Auf solche Signale haben alle gewartet.“ Da komme das neue Gründerzentrum genau richtig. „Es reiht sich gut in diese Linie ein.“ Denn Cottbus und die BTU hätten in der Vergangenheit in punkto Gründergeist eher hinterhergehangen.

 Innenansicht des Cottbuser Gründerzentrums am Campus.
Innenansicht des Cottbuser Gründerzentrums am Campus. FOTO: GWC / Grafik

Das gibt BTU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Katrin Salchert zu. „Da ist noch ein Stückchen mehr Luft nach oben“, sagt sie. Die Universität werde eben nicht allein an ihrer Lehre und Forschung gemessen. Deshalb müssten junge und erfahrene Wissenschaftler noch aktiver zu Unternehmensgründungen motiviert werden. Dabei werde sich das neue Gründerzentrum als „Elementarteilchen am Zentralcampus“ erweisen.

Für GWC-Chef Torsten Kunze ist der erste Spatenstich geradezu eine Leichtigkeit im Vergleich zu den Widrigkeiten bis zu diesem Termin. Entsprechend gut gelaunt zeigt er sich am Freitag. Manchmal zahle sich eine Planänderung aus, erzählt er. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Fördergeld-Zuschuss des Landes ist demnach mit dem neuen Standort von zuvor sieben auf rund zehn Millionen Euro gestiegen.

 Innenansicht des künftigen Cottbuser Gründerzentrums: So werden die Co-Working-Büros gestaltet.
Innenansicht des künftigen Cottbuser Gründerzentrums: So werden die Co-Working-Büros gestaltet. FOTO: GWC / Grafik

Trotzdem bleibe ein Risiko für das städtische Unternehmen bestehen, wie der GWC-Geschäftsfüher unumwunden zugibt. Einige Stadtpolitiker fürchten sogar, dass die Gesellschaft finanziell überfordert werden könnte. Torsten Kunze versichert jedoch: „Deshalb ist der Förder-Anteil so hoch. Auf diese Weise wird das Risiko auf einem überschaubaren Maß gehalten.“ Die GWC steckt damit gut vier Millionen Euro in den Neubau des Gründerzentrums. „Über die Mieterlöse wird das refinanziert“, so Kunze. Auch die Pläne und Ausgaben für den ersten Standort seien kein rausgeschmissenes Geld. Die einstige Schule werde zum „Bürohaus am Campus“ umgebaut. Die Nachfrage für uni-nahe Gewerbeflächen sei groß. „Wir haben schon mehr als die Hälfte gesichert“, so Kunze. Wenn 80 Prozent der Flächen in dem Haus vergeben sind, werde mit dem Umbau begonnen. „Das ist mit wenig Aufwand möglich und wird nur ein halbes Jahr dauern.“ Im Idealfall geht das „Bürohaus am Campus“ also noch vor dem neuen Gründerzentrum in Betrieb.