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| 19:34 Uhr

Cottbus
Erstaunliche Statistik beim 24-Stunden-Schwimmen

Angelika Dubian
Angelika Dubian FOTO: Angelika Dubian
Cottbus. Angelika Dubian, mit 34,3 Kilometern die Siegerin bei den Frauen der Altersklasse Ü 50, im Gespräch. Von Georg Zielonkowski

Einige Besonderheiten bot die Ehrungsveranstaltung des diesjährigen 24-Stunden-Schwimmens im Stadthaus, bei der die Sieger und Platzierten der zwanzig verschiedenen Wertungen ausgezeichnet wurden.

Hier konnte Steffen Zernick, der Vorsitzende des Cottbuser Stadtverbandes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft verkünden, dass unter den 1.947 Teilnehmern des diesjährigen Wettbewerbs nahezu gleichviel weibliche (974 ) wie männliche (973 ) Starter registriert wurden.

Kurioserweise teilt sich auch die Gesamtzahl der absolvierten Kilometer ziemlich gleichmäßig auf. Von den 5.211,4 Kilometern absolvierten die Mädchen und Frauen 2601,2 Kilometer, die männlichen Starter kamen auf 2610,2 Kilometer. Und auch zwei Siegerleistungen der Altersklasse Ü 50 waren völlig identisch. Ralf Haas-Langwagen schwamm innerhalb der 24 Stunden 34,3 Kilometer, die weibliche Einzelsiegerin Angelika Dubian legte exakt die gleiche Strecke zurück.

Frau Dubian, Gratulation zum Altersklassensieg, aber warum haben sie denn gleich nach der Ehrung ein „aber“ als Einschränkung angefügt?

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir bei meinem dritten Start in Cottbus die 40-Kilometermarke als Ziel vorgenommen. Nun bin ich bissel sauer, dass es nicht geklappt hat. Aber ich muss eben einsehen, dass mich meine Verletzung zu sehr beeinträchtigt hat.

Trotz der Verletzung wollten sie auf den Start nicht verzichten?

Geholt habe ich mir den Schaden hier beim Wettkampf. Es war so, dass die schnelleren Schwimmer mich immer mal wieder an die Korkleine gedrückt haben. Was ich jetzt wirklich nur zur Erklärung sage, nicht als Vorwurf. Aber ich hatte mir dabei den Knöchel und den Arm lädiert, der dann auch angeschwollen ist. Darum war ich schon ziemlich gehandicapt.

Zur Siegerehrung wurden Sie gleich dreifach nach vorn zur Pokalübergabe gerufen. Sind Sie ein Allrounder im Wasser?

Nach meinem Schlaganfall vor vier Jahren habe ich mit dem Schwimmen begonnen, was anderes blieb mir ja kaum übrig. So habe ich mir nach und nach verschiedene Schwimmstile angeeignet. Diese Abwechslung ist für das Langstreckenschwimmen günstig. Bei meinem ersten Start 2016 hatte ich das Nachtschwimmen gewonnen, letztes Jahr kam der Sieg beim Cottbus-Pokal dazu und nun bin ich auch noch Gesamtsieger meiner Altersklasse geworden und nehme deshalb auch die drei Pokale mit heim.

Wie bewerten Sie das Cottbuser 24-Stunden-Schwimmen, was den Rahmen und die Organisation betrifft?

Mir ist die 50-Meterbahn ehrlich gesagt zu lang, die halbe Strecke bei uns in Spremberg liegt mir mehr. Aber unabhängig davon will ich gern den Leuten, die hier in der wunderschönen Lagune das Ganze organisieren und begleiten, ein großes Kompliment machen. Die ganze Veranstaltung ist professionell geführt, dennoch läuft aber alles sehr harmonisch ab. Ein passendes Beispiel dafür sind die Bahnen-Zähler. Die nicken einem an der Wende zu, so weiß man, dass man für seine absolvierte Bahn einen Strich auf der Liste erhält.

Sie hatten erzählt, dass Sie gerade die Disziplin Delphin üben, so können Sie dann im November 2019 beim 24-Stunden-Schwimmen noch vielseitiger ihre Bahnen ziehen um erneut ihr Ziel anzugehen ...

Mir sind meine Pokale schon richtig peinlich, deshalb will ich den anderen auch die Chance geben. Darum überlege ich im Moment, ob ich nicht doch mal lieber ein Jahr auslassen sollte …

Das sollten Sie sich wirklich noch einmal gut überlegen, weil doch gerade von so außergewöhnlichen Teilnehmern dieser Volkssportwettbewerb lebt. Also sage ich Ihnen „Auf Wiedersehen 2019“