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| 01:23 Uhr

Ernst Mucke

Cottbus.. Ernst Mucke, nach dem Straßen und Plätze in Bautzen und Cottbus benannt sind, ist als geehrter Wissenschaftler und Professor am 10. Oktober 1932, vor 75 Jahren, in Bautzen gestorben. Ihn, den am 10.

März 1854 in Großhänchen als Gutsbesitzerssohn geborenen Arnost Muka, packte der Forscherdrang, als er gerade 19 war und das Gymnasium besucht hatte. Er durchwanderte die Lausitz zwischen Spreequelle und Spreewald. Eine Biografie besagt, dass er auf Ferienwanderungen zwischen den Jahren 1873 und 1883 den gesamten sorbischen Siedlungsbereich durchmessen habe.
Im Jahre 1878 kam er auch von Cottbus nach Neuendorf, Nowa Wjas, und besuchte mit seinem Freund Holan eine Spinnstube. Die wohlgestalteten Mädchen dort, schwärmte er, "waren mit einem Gesicht begabt, wie man es in den kulturvollsten Städten nach ästhetischen Gesetzen nicht schöner und liebreizender vorfindet". Der Tanz beginnt, die Jungen in Strümpfen, die Mädchen barfuß, Mucke und Holan in Stiefeln, und prompt tritt der angehende Wissenschaftler der schönen Liza auf die Zehen: „Ach, ich habe nichts gespürt.“
Wie also wird man Lehrer, Professor, Philologe? Durch Stu dium der Wissenschaften und des Lebens. Mucke schreibt über fröhliche Bräuche, Volkslieder, Sagen und Sprichwörter und harte Arbeit, über Unterdrückung und Widerstand. Er, von dem man sagt, er habe kein wendisches Dorf ausgelassen bei seinen Reisen, hat daraus ein 450-seitiges Buch namens "Statistik der Sorben in der Ober- und Niederlausitz" geschrieben, heute noch unentbehrliches Material für die Geschichte des kleinen slawischen Volkes. Seine Aufenthalte in Cottbus und den Dörfern der Umgebung befähigten ihn dazu, im Jahr 1911 ein "Wörterbuch der niedersorbischen Sprache und ihrer Dialekte" zu veröffentlichen. (hhk)