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| 17:38 Uhr

Runtergefahrene Infrastruktur in Cottbus
Neue Decke für alte Willy-Brandt-Straße

 Die Willy-Brandt-Straße wird ab Montag halbseitig gesperrt. Die Trasse wird zwischen dem Blechen-Haus und dem Rewe-Markt repariert. Die Arbeiten sind bis Freitag geplant. Der Verkehr in Richtung Stadtring an der Baustelle vorbeigeleitet.
Die Willy-Brandt-Straße wird ab Montag halbseitig gesperrt. Die Trasse wird zwischen dem Blechen-Haus und dem Rewe-Markt repariert. Die Arbeiten sind bis Freitag geplant. Der Verkehr in Richtung Stadtring an der Baustelle vorbeigeleitet. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Die Willy-Brandt-Straße in Cottbus wird instand gesetzt. Diesmal allerdings nicht an bekannter Stelle. Los geht’s in der kommenden Woche. Autofahrer müssen sich darauf einstellen. Von Peggy Kompalla

Die Willy-Brandt-Straße könnte in Cottbus zur Dauerbaustelle deklariert werden. In der kommenden Woche wird die Trasse erneut instand gesetzt. Allerdings nicht an einer altbekannten Problemzone. Aber auch diesmal gehen die Arbeiten nicht über eine Reparatur hinaus.

Die Straße wird ab Montag halbseitig gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt vom Stadtring bis zur Franz-Mehring-Straße. Der Bautrupp wird nach Informationen der Stadt eine Woche brauchen, um die Straße wieder auf Vordermann zu bringen. Dafür wird die Oberfläche erneuert, wie Alice Kunze aus dem Baudezernat erklärt. Trotzdem sei das nicht mit einem Ausbau von Grund auf vergleichbar. „Die Arbeiten sind zur Verkehrssicherung notwendig“, erklärt die Fachbereichsleiterin.

Demnach wird die Trasse auf einer Länge von gut 250 Metern und über zwei Spuren zwischen Franz-Mehring- und Georg-Schlesinger-Straße – also zwischen Blechen-Haus und Rewe – ausgebessert. Die Kosten belaufen sich nach Angaben des Baudezernats auf 57 000 Euro.

Der Verkehr aus Richtung Franz-Mehring-Straße kann die Baustelle passieren. Für die entgegengesetzte Richtung – vom Stadtring – bleibt die Willy-Brandt-Straße bis Freitag gesperrt. Eine Umleitung wird laut Stadt ausgeschildert. Anwohner von Hainstraße und Lindenplatz in Sandow können ihr Wohnquartier nur über die Kreuzung zur Kahrener Straße verlassen.

Normalerweise ist die Willy-Brandt-Straße an ganz anderer Stelle eine echte Problemzone. Dort wird ausnahmsweise mal nicht geflickt. Unter der Eisenbahnbrücke bröckelt der Asphalt immer wieder. Grund dafür ist austretendes Grundwasser. In dem Bereich ist die Straße wiederholt ausgebessert worden, die Geschwindigkeit musste immer wieder gedrosselt werden. Lastkraftwagen dürfen die Straße in dem Bereich generell nur mit 30 km/h befahren. Eine Lösung des Problems gibt es allerdings erst, wenn die Straße inklusive der Eisenbahnbrücke von Grund auf saniert wird. Das würde allerdings mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen.

Die Stadt Cottbus ist aber aufgrund der hohen Verschuldung und des Spardiktats nur in der Lage, eine Straße zu erneuern, wenn die Investitionen zusätzlich gefördert werden. Die Stadt schiebt deshalb seit Jahren immer wieder notwendige Arbeiten an ihren Verkehrstrassen vor sich her. Seit dem Jahr 2012 ist das Investitionsaufkommen sogar rückläufig.

Das Ergebnis ist verheerend. Laut dem aktuellsten Straßenzustandsbericht aus dem Jahr 2016 sind 58 Prozent aller Fahrbahnen in solch einem schlechten Zustand, dass nur mit größerem beziehungsweise ständigem Unterhaltungsaufwand die Verkehrssicherheit aufrechterhalten werden kann. Unter diese Kategorie fällt mit Sicherheit auch die Willy-Brandt-Straße.

In diesem Jahr stehen dem Baudezernat nach eigenen Angaben 2,6 Millionen Euro für die Unterhaltung der Infrastruktur (Straßen, Wege, Parkplätze, Brücken) zur Verfügung. Mit diesem Budget ist angesichts der Vielfalt der Aufgaben nur eine Schadensbegrenzung möglich. Die Stadt fährt aber immer mehr auf Verschleiß. 65 Prozent der Verkehrsflächen sind älter als 20 Jahre, davon sind 32 Prozent sogar älter als 40 Jahre.