Stadtwerke-Sprecherin Heike Schumann: „So verarbeitet das Auge in einer Sekunde drei bis fünf Wahrnehmungen. Bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde hat ein Bus in dieser einen Sekunde bereits zwölf Meter zurückgelegt.“ Das Auge sehe dabei im Wesentlichen nur in einem Winkel von drei Grad scharf – allerdings müsse ein Busfahrer seine ganze Aufmerksamkeit auf viele Wahrnehmungen richten. „In erster Linie ist also Konzentration gefragt.“
An den Theorieteil schloss sich ein praktischer Kurs an. So fuhren die Teilnehmer mit hoher Geschwindigkeit durch einen Slalomkurs, wendeten und bremsten – zunächst auf regennasser Fahrbahn mit einem Tempo von 30 oder 60 Kilometern pro Stunde, anschließend auf vereister Fahrbahn. „Steht der Bus bei Regen nach etwa 18 Metern, so beträgt der Bremsweg auf einer vereisten Fläche fast das Zehnfache“ , rechnet Heike Schumann vor.
Den Kurs absolvieren alle Fahrer von Cottbusverkehr. Bereits im November des vergangenen Jahres fand ein ähnliches Training für 16 Fahrer des Unternehmens statt (die RUNDSCHAU berichtete).
Jörg Rimke, Sicherheitsmoderator beim TÜV in Lauchhammer: „Auf diese Weise lernt der Fahrer seinen Bus in Extremsituationen kennen. Der Aha-Effekt war auch bei erfahrenen Hasen unglaublich groß.“ (pm/rw)