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| 13:19 Uhr

Schlag gegen rechtsextreme Szene
Ermittler bewerten Razzia in Cottbus als Meilenstein

Potsdam/Cottbus. „Mit Sicherheit sind noch monatelange Ermittlungen notwendig“, sagte er. Die Razzia bewertete er dennoch als „wichtigen Meilenstein“. Von Rene Wappler

Messer, Macheten und Schlagringe zählen zu den Gegenständen, die Polizeibeamte am Mittwoch bei der Razzia in Cottbus sicher stellten. Innenminister Karl-Heinz Schröter erklärt: „Die Antwort des Rechtsstaats ist erfolgt.“ Die Beamten seien konsequent und entschlossen gegen Personen vorgegangen, die im Verdacht stehen, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. „Seit Monaten fanden intensive Ermittlungen statt“, sagt er. „Wir werden es nicht hinnehmen, wenn sich Personen zusammenrotten, um Straftaten zu begehen.“

Nach aktuellem Stand zählen fünf Personen zum Kern der Gruppe, gegen die sich die Ermittlungen richten. Das sagt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung bestehe bei 20 Beschuldigten. In Zusammenhang mit den Ermittlungen seien ungefähr 50 Straftaten bekannt geworden, zu denen Körperverletzungen zählen, Verstöße gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigungen und das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen. Neun Straftaten rechnen die Behörden der Hooligan-Gruppe Inferno Cottbus zu.

Nach Angaben des Polizeipräsidenten sollte die kriminelle Vereinigung unter anderem Straftaten gegen Journalisten, Andersdenkende und Ausländer dienen. 25 Personen sollen „eine schnelle Eingreiftruppe“ gebildet haben, mit dem Ziel, „in Notfällen zusammenzukommen“ sowie „bei Stress mit Kanaken abzurechnen und Zecken zu schlagen“. So zitiert der Polizeipräsident die Pläne der Gruppe aus Cottbus. Ein neues Sachgebiet beim Staatsschutz werde sich künftig diesem Problemgebiet widmen. Dieser Beschluss wurde nach Auskunft des Polizeipräsidenten schon vor zwei Monaten getroffen.