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Erinnerungen an den Cottbuser Knast

Siegmar Faust berichtet über seine Zeit als politischer Häftling.
Siegmar Faust berichtet über seine Zeit als politischer Häftling. FOTO: dpa
Cottbus. Am Samstag, dem 12. Oktober, dreht sich in Cottbus zur Nacht der kreativen Köpfe von 19 bis 24 Uhr alles um das Thema Baukultur. Die RUNDSCHAU stellt jeden Tag eine der teilnehmenden Einrichtungen vor. Ulrike Schumann

Ein ehemaliges Gefängnis bei Nacht erkunden kann man bei der diesjährigen Nacht der kreativen Köpfe. Zum Nachdenken anregen wollen die Veranstalter - über die Geschichte eines besonderen Ortes in Cottbus. Das einstige Gefängnis in der Bautzener Straße 140 wurde in den 40 Jahren SED-Zeit zur größten politischen Haftanstalt. In Zusammenarbeit mit Partnern wie den christlichen Pfadfindern und der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur gestaltet das Menschenrechtszentrum Cottbus am 12. Oktober ein umfangreiches Programm, welches Einblicke in Haftbedingungen und den damaligen Gefängnisbetrieb gibt. So werden etwa Zellen aus vier verschiedenen Jahrzehnten vorgestellt. Ab 19 Uhr finden stündlich Führungen durch Arrestzellen im Keller des Hauses I in der Gedenkstätte statt. In den Räumen, die zur Absonderung besserungswilliger Häftlinge genutzt wurden, berichtet der Schriftsteller und ehemalige Insasse des Zuchthauses Cottbus Siegmar Faust über diesen Ort - eine Gelegenheit, mit einem Zeitzeugen direkt ins Gespräch zu kommen. Im Hof der Gedenkstätte wird ein Mahnmal in Form der früheren DDR-Grenzen gestaltet. Außerdem vermitteln Skulpturen, Bilder und Videointerviews den Besucherinnen und Besuchern individuelle Erfahrungen Betroffener. Die Präsentation "150 Jahre Gefängnis-Architektur" informiert über architektonische Veränderungen des Gefängnisgeländes seit 1860. Das Personal wünscht sich dabei einen direkten Austausch mit den Besuchern über die im Laufe der Jahre vorgenommenen Baumaßnahmen. Aber auch in die Zukunft soll an diesem Abend geblickt werden. Unter dem Motto "Umbau und Rekonstruktion" stehen Pläne zur Einrichtung einer Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsstätte im Zentrum. Familien mit Kindern können sich unter anderem auf eine Nach-Kletter-Aktion und Lagerfeuer mit Gitarrenspiel und Knüppelbrot freuen.

Karten gibt es im Vorverkauf für 10 Euro, ermäßigt 8 Euro an allen CTS-Vorverkaufsstellen. Die Familienkarte kostet 25 Euro.

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