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Erhebliches Gewaltpotenzial in Fanszene des FC Energie Cottbus

Die Fangruppierung "Inferno” hat mehr als 100 Mitglieder, davon ordnet der Verfassungsschutz etwa 50 dem rechtsextremen Lager zu.
Die Fangruppierung "Inferno” hat mehr als 100 Mitglieder, davon ordnet der Verfassungsschutz etwa 50 dem rechtsextremen Lager zu. FOTO: Peter Aswendt
Cottbus. Nach Erkenntnissen des Brandenburger Innenministeriums sind 155 Personen aus der Fanszene des FC Energie Cottbus „gewaltbereit“. Weitere 60 Personen sind „gewaltsuchend“, also zielgerichtet auf Randale aus. Ein Drittel dieser „Kategorie C“- Fans sind Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Inferno“, die auch im jüngsten Verfassungsschutzbericht auftaucht. sim

Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grüne hervor. Neben "Inferno" und der damit verbundenen "Unbequemen Jugend" finden sich die gewaltbereiten Anhänger besonders in den Gruppen "Frontside Cottbus" und " Colletivo Bianco Rosso". In der bundesweiten Datei "Gewalttäter Sport" sind 63 Personen mit Bezug zum FC Energie Cottbus erfasst.

Das Innenministerium lobt ausdrücklich die Bemühungen des Vereins, den Einfluss von Rechtsextremisten und Gewalttätern in der Fanszene einzudämmen. Gegen 47 Personen hat der Verein Stadionverbote verhängt, "Inferno" und "Unbequeme Jugend" dürfen im Stadion als Gruppe nicht auftreten.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Ursula Nonnemacher, hatte sich Anfang der Woche mit Vertretern von "Energie Cottbus" getroffen. "Mein Eindruck ist, dass inzwischen Problembewusstsein bei dem Verein eingekehrt ist und der Wille besteht, Verantwortung zu übernehmen", so Nonnemacher. Bis September will der Verein ein Maßnahmenpaket erarbeiten, um krimineller Fans Herr zu werden.