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| 02:33 Uhr

Entwarnung für Cottbuser Dieselauto-Fahrer

Viele Jahre lang war die Cottbuser Bahnhofstraße in Brandenburg die Feinstaubsünder Nummer eins. Das ist seit dem Umbau passé.
Viele Jahre lang war die Cottbuser Bahnhofstraße in Brandenburg die Feinstaubsünder Nummer eins. Das ist seit dem Umbau passé. FOTO: mih1
Cottbus. In Stuttgart müssen ab dem nächsten Jahr Dieselautos bei Smogalarm stehen bleiben. Das hat die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg in der vergangenen Woche beschlossen. Peggy Kompalla

In Brandenburg war Cottbus lange Zeit ein Feinstaubsünder. Droht ein Fahrverbot also auch in der Lausitz?

Umweltdezernent Thomas Bergner (CDU) gibt Entwarnung. "Cottbus hat seit dem Umbau der Bahnhofstraße nie wieder die Grenzwerthürde gerissen." Demnach schreibt eine europäische Luftqualitätsrichtlinie vor, dass an maximal 35 Tagen im Jahr der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten werden darf. "Wir sind immer deutlich darunter geblieben", versichert Bergner.

Demnach ist dieser Schlüssel zum Erfolg der Umbau der Bahnhofstraße und die Reduzierung auf Tempo 30 sowie die damit verbundene Umleitung des Verkehrs auf den Mittleren Ring. "So wird die Belastung besser verteilt", erklärt Bergner.

Zwar seien dadurch die Werte in der Külzstraße angestiegen. Aber das sei nicht so problematisch wie in der Bahnhofstraße. Der Umweltdezernent argumentiert: "Auf dem Mittleren Ring haben wir keine Canyonbildung wie in der Bahnhofstraße, wo die Luft steht. Außerdem hilft die Ost-West-Ausrichtung, dass die Schadstoffe weggetragen werden." Damit zeige sich in Cottbus, dass der theoretische Plan auch praktisch aufgegangen ist. "Deshalb müssen wir uns auch nicht mit einem Fahrverbot von Dieselautos beschäftigen."

Am Sonntag lag der Feinstaub-Tagesmittelwert in der Bahnhofstraße dem Brandenburger Landesumweltamt zufolge bei 16 Mikrogramm je Kubikmeter. Im gesamten Januar lag der Wert demnach an vier Tagen über dem erlaubten Richtwert von 50 Mikrogramm.

Die Bahnhofstraße ist in den Jahren 2011 und 2012 für fast neun Millionen Euro von einer vierspurigen Schnellstraße zu einer zweispurigen 30er-Zone umgebaut worden.