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| 02:34 Uhr

Energieregion Lausitz-Spreewald setzt auf kluge Köpfe

Cottbus. Der Name klingt sperrig: Kompetenzfeldanalyse im Zukunftsdialog Energieregion Lausitz heißt die Studie, die das Büro Prognos im Auftrag der vier Südbrandenburger Landkreise und der Stadt Cottbus erstellt hat. Übersetzt bedeutet das: Das Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen sollte die Stärken der Region herausfinden. sh

Am Mittwoch sind in Cottbus die Ergebnisse präsentiert worden. Danach sollen sich die Landkreise und die kreisfreie Stadt künftig auf die Schwerpunkte Energiewirtschaft, Kunststoff/Chemie, Metallindustrie, Ernährungswirtschaft, Tourismus und Logistik konzentrieren. Auch Forschung und Entwicklung sollen eine herausragende Rolle spielen. Die Möglichkeiten der BTU Cottbus-Senftenberg müssten noch besser genutzt werden. Karl Heinz Tebel, Vorsitzender der Geschäftsführung bei BASF in Schwarzheide, schilderte den Wunsch der Wirtschaft an die Uni: "Es ist schön, wenn man einen Nobelpreisträger bekommt, doch was wir brauchen, sind viele qualifizierte Leute."

Es hätten auch 15 Kompetenzfelder sein können - Vorschläge habe es genügend gegeben, erklärte der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Die Konzentration auf einige wesentliche Themen mache aus seiner Sicht aber Sinn. Die Region brauche ein klares Profil, will sie neue Unternehmen ansiedeln oder Strukturen ausbauen.

Mit Blick auf die anstehende Energiewende sei dieser Leitfaden wichtig, sagte Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski (CDU). "Wir müssen mit dabei sein, deshalb haben wir die Studie in Auftrag gegeben."

Allerdings gab es am Mittwoch während der Regionalkonferenz auch kritische Stimmen. So wurden Bergbausanierung und Bauwirtschaft als Schwerpunkte vermisst. Für den Spremberger Bürgermeister Klaus Peter Schulze (CDU) ist das kein Manko. "Die Konzentration auf einige Themen ist wichtig, sonst verzetteln wir uns", erklärte er. "Die Energieregion ersetzt außerdem nicht die regionale Wirtschaftsförderung vor Ort", betonte Schulze.

Olaf Lalk, Beigeordneter des Spree-Neiße-Kreises, erinnerte an ein Thema, das künftig noch stärker in den Fokus rücken müsse: Die Verkehrsinfrastruktur sei in vielen Ortschaften des Kreises und in Cottbus schon jetzt an der Belastungsgrenze. "Hier müssen wir uns noch besser auf die Zukunft vorbereiten", sagte er.