Der Klub wollte im Westen der Stadt vor allem eine feste Heimstatt für die zahlreichen Nachwuchsmannschaften eröffnen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte die Übernahme durch einen Erbbaurechtsvertrag bestätigt. Durch diese vom Land Brandenburg zu sanktionierende juristische Entscheidung wäre die Anlage in privates Eigentum des Vereins übergegangen. Energie hätte von einem ausgewiesenen Verkehrswert von 300 000 Euro, hier sind die 33 000 Quadratmeter Bodenflächen nicht einbezogen, einen Erbpachtzins von 3 bis 6 % jährlich zahlen müssen. Bis zur Wirksamkeit des Erbbaurechtsvertrages hat Energie einen Pachtvertrag mit dem Sportstättenbetrieb im Januar dieses Jahres abgeschlossen. Diese Entscheidungen waren unter der früheren Ägide von Präsident Dieter Krein und den damaligen Manager Klaus Stabach entschieden worden.
"Jetzt hat uns Energie praktisch den Pachtvertrag gekündigt", bestätigt Peter Przedzing als Werkdirektor des Sportstättenbetriebes. "Darüber sind wir verärgert, weil es für uns neue betriebswirtschaftliche Entscheidungen bringt."
Mit der Übernahme des Stadions durch einen Erbbaupachtvertrag wäre das gesamte Anlagevermögen als Eigenkapital in die Bilanz des FC Energie Cottbus eingegangen. Ein Vorteil bei der Lizenzerteilung durch den Ligaausschuss. Beim Nutzen des Stadions durch Amateure und Nachwuchsmannschaften wäre die Möglichkeit vom Einsatz der Mittel aus dem "Goldenen Plan Ost" gegeben. So war auch damals der Bau eines beleuchteten Kunstrasenplatzes (die LR berichtete) vorgesehen. In den Wintermonaten kann das Gelände höchstens bis 16 Uhr genutzt werden.
Warum der FC Energie in letzter Minute dem Sportstättenbetrieb einen Korb gab, sagt Manager Ralf Lempke: "Wir müssen bekanntlich einen Sparsamkeitskurs fahren: Das eigene Südstadion steht für den Nachwuchs zur Verfügung. Außerdem haben wir auf stadtnahen Plätzen Möglichkeiten zu trainieren. Dieses Paket steht uns finanziell günstiger zu Gesicht als die einst von früheren Entscheidungsträgern angedachte Variante mit dem Tiefbaustadion."