Es war für die als Spitzenreiter der Staffel Nord/Nordost in die Lausitzer gereisten Hafenstädter die erste Saisonniederlage und für Cottbus die höchste Torausbeute der Serie.
Die zunächst ein wenig kombinationssicherer wirkenden Gäste gerieten überraschend in Rückstand, als Verteidiger Marko Görisch nach einer Viertelstunde einen Freistoß direkt in den Bremer Kasten zirkelte. Die Weserstädter schlugen zurück, erschraken Martin Männel mit einem Pfostenschuss und kamen dann zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient durch einen Knaller zum 1:1 (25.). Der Cottbuser DFB-Auswahltorhüter war machtlos.
Doch Energie kam nicht nur mit mehr Energie aus der Kabine, sondern mit einem taktisch geänderten Konzept. Das hieß frühzeitiges Stören zum Er sticken des gegnerischen Spielaufbaus. "Das hat meine Mannschaft mustergültig erledigt", lobte Trainer Jürgen Meseck. Verbunden mit herzhaft geführten Zweikämpfen gewannen die Gastgeber immer mehr Sicherheit und Herrschaft auf dem Platz. Cristof Neumann leitete dann gegen eine immer mehr aufgeriebene Bremer Deckung die Wende ein. Zunächst vollstrecke er einen Pass von Christian Käthner zum 2:1 und schloss dann einen Eckball erneut vom starken Spieler auf der rechten Außenbahn zum vorentscheidenden 3:1 (77.) ab. Mit seinem fünften Saisontor waren an sich alle Messen gesungen und das Team aus der "Märchenstadt der Bremer Stadtmusikanten" verstummte vollends. Cottbus war in der Schlussviertelstunde gegen eine immer desolater werdende Bremer Deckung dem vierten Treffer näher als die immer saftloser wirkenden Weserstädter dem Anschluss. Es klimperte auch zum vierten Mal im G*a mp*auml;stekasten nach einem Kopfball von Patrick Häntschke in der Schlussminute: Abpfiff und "Ringelreihetanz" mit Freudenausbrüchen der Siegermannschaft.
Trainer Jürgen Meseck konnte mit Recht über den starken Erfolg Anerkennung verbreiten: "Wie sich die Mannschaft steigerte und das Geschehen an sich riss, verdient hohe Anerkennung. Ein gerechtfertigter Dreier", lobte er.
Die Bremer selbst sahen ihre Niederlage ein. Kapitän Daniel Halke von Werder aus dem defensiven linken Mittelfeld und oft in Zweikämpfen gegen Christian Käthner unterlegen, fasste zusammen: "Cottbus hatte vor allem nach der Pause Vorteile, weil die Elf mehr Druck machte als wir. Ein verdienter Sieg, wenn vielleicht auch etwas zu hoch". Vor reichlich zwei Jahren spielte Daniel Halke übrigens noch in der B-Jugend von Energie Cottbus. Das aus Maust bei Cottbus stammende Talent ließ sich damals nach Bremen locken. Sein Versprechen, mit alten Freunden bei einem Sieg griechisch essen zu gehen, versalzten ihm seine einstigen Mannschaftskameraden.
Es spielten für Cottbus : Männel - Görisch, Gänge, Laaser(72. Franke) , Feick - Käthner, Tröger (61. Bittroff), Birk (27. Bodien),Hochscheidt - Riedeberger - Neumann (78. Häntschke). (hjs)