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| 12:25 Uhr

Versuchter Totschlag und gefährliche Köperverletzung
Ende Juni Prozess zu Familiendrama von Werben

Cottbus. Im Sommer 2013 ereignete sich in Werben im Spree-Neiße-Kreis ein blutiges Familiendrama. Im Januar 2015 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter. Doch erst jetzt kommt der Fall vor Gericht. Von Simone Wendler

Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung muss sich in gut einer Woche ein 31-Jähriger vor dem Landgericht Cottbus verantworten. Ihm wird vorgeworfen, an einem Abend im August 2013 in Werben (Spree-Neiße-Kreis) zunächst seine Mutter, dann auch seinen Stiefvater und seinen jüngeren Halbbruder durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt zu haben. Von den Eltern soll er laut Anklage erst abgelassen haben, als er sie für tot hielt. Danach soll der junge Mann versucht haben, sich mit dem Messer selbst zu töten.

Trotz schwerster Verletzungen gelang es ihm kurz danach aus dem Carl-Thiem-Klinikum wegzulaufen und am Cottbuser Bahnhof einen erneuten Selbstmordversuch zu unternehmen. Auch dabei erlittene weitere schwere Verletzungen überlebte er. Da er sich nach seiner Festnahme bei Vernehmungen geständig gezeigt hatte, war kein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden.

Das ist eine entscheidende Ursache dafür, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft Cottbus vom Januar 2015 erst jetzt von der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Cottbus verhandelt wird. Dort lagen in den vergangenen Jahren mehrere Anklagen gegen Angeschuldigte, die in Untersuchungshaft saßen. Diese Verfahren haben Vorrang.

Das Familiendrama in Werben hatte für großes Aufsehen in der Region gesorgt. Die Familie, die einige Jahre vorher in dem Dorf ein Haus gebaut hatte, galt als völlig unauffällig. Von familiären Spannungen war in der Nachbarschaft nichts bekannt. Das Elternpaar unterrichtete als Lehrer in Cottbus.