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| 16:36 Uhr

Zukunft von Cottbuser Kindertagesstätten
Elternbeirat warnt vor Personalmangel

Felix Sicker befürchtet: PeWoBe-Insolvenz könnte dazu führen, dass Erzieher neue Stellen suchen.

Um die Zukunft der Cottbuser Kindertagesstätte „Janusz Korczack“ sorgt sich der Vorsitzende des Elternbeirats. Wie Felix Sicker zu bedenken gibt, steht immer noch nicht fest, wann genau die Stadt das Haus samt Mitarbeitern übernehmen wird. „Das ist alles noch in der Schwebe“, erklärt er. „Auch die Belegschaft weiß nicht, wie es für sie weitergehen soll.“

Seine Sorge rührt aus der Insolvenz der PeWoBe Gemeinnützige Soziale Betreuungsgesellschaft mbH, angemeldet im Dezember beim Cottbuser Amtsgericht. Sie betrieb bisher fünf Kindereinrichtungen mit 794 Plätzen in Cottbus. Nach Angaben der Rathaus-Mitarbeiter gibt es in Cottbus insgesamt 70 Kindertagesstätten und Hortangebote.

Zwar hat die Stadt nach den Worten von Felix Sicker einen Übergang der Kindertagesstätte „Janusz Korczack“ in einen Eigenbetrieb für den 1. Januar 2020 in Aussicht gestellt. Doch bis dahin drohe „eine Hängepartie für alle Beteiligten“, warnt der Vorsitzende des Elternbeirats. Er befürchtet, dass sich engagierte Mitarbeiter in den nächsten Monaten nach neuen Stellen umschauen werden. Also werde sich der Elternbeirat an den Insolvenzverwalter wenden, um zu erfahren, wie die konkreten Pläne lauten.

Bei der Konferenz des Cottbuser Bildungsausschusses im Februar hatte die städtische Sozialdezernentin Maren Dieckmann bestätigt, dass der 1. Januar 2020 „als Maßgabe“ für das Gründen des Eigenbetriebes gelte. Die Stadtverordneten sollten nach ihren Worten „noch vor der Sommerpause“ die nötigen Unterlagen erhalten, um darüber zu befinden.

Im Mai 2018 legte das brandenburgische Bildungsministerium einen Fachkräftebericht vor, der die Situation in der Kindertagesbetreuung des Bundeslandes beleuchtete. Daraus geht hervor, dass sich aufgrund der abnehmenden Arbeitslosenzahl seit dem Jahr 2014 die Lage für jobsuchende Erzieher „erheblich verbessert“ hat. Zugleich sinke jedoch die Aussicht für Arbeitgeber, Fachkräfte in diesem Berufsfeld zu finden.

Die Zahl der Mädchen und Jungen in den Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege im Land Brandenburg stieg laut diesem Bericht seit dem Jahr 2012 um 13 Prozent. Die Autoren warnen: „Fachlich besonders ernst zu nehmen sind die zum Teil angegebene hohe Personalfluktuation und die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Leitungsstellen.“

So befürchtet auch der Vorsitzende des Cottbuser Elternbeirats, dass die Insolvenz der PeWoBe diese Tendenz bis zum Jahresende eher noch befeuern wird. „Ich hoffe, dass der Plan der Stadt für den Eigenbetrieb eine gewisse Dynamik angenommen hat“, sagt Felix Sicker.

Die Kindertagesstätte „Janusz Korczack“ in der Thomas-Müntzer-Straße bietet nach eigenen Angaben eine Kapazität für die Betreuung von 192 Mädchen und Jungen. 40 Plätze stehen demnach für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur Verfügung.