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Eltern enttäuscht vom Jugendamt

Im Internet wirbt die Kita „Die kleinen Giraffen“ noch mit vollen Töpfen um Kinder.
Im Internet wirbt die Kita „Die kleinen Giraffen“ noch mit vollen Töpfen um Kinder. FOTO: Screenshot
Cottbus. Die Cottbuser Kita "Die kleinen Giraffen" gibt es nicht mehr. Wegen des Verdachts der mehrfachen Misshandlung von Kindern ermittelte die Staatsanwaltschaft. Annett Igel-Allzeit

Am 7. März beginnt am Amtsgericht die Verhandlung gegen die ehemalige Kitaleiterin. In mehreren sozialen Netzwerken und gegenüber der RUNDSCHAU meldeten sich nach ersten Berichten Eltern, die sich ärgern, warum das Jugendamt die Probleme mit der Einrichtung so lange unter den Teppich gekehrt habe. Eine ehemalige Erzieherin schreibt: "Das Jugendamt hat mich überhört oder ignoriert! Ich habe Beweise geliefert, mich für die Eltern und Kinder eingesetzt. Und jetzt erst geschieht etwas - das ist der eigentliche Skandal!" Warum, das kann die Stadt nicht direkt beantworten. Aber es gab immer wieder Auflagen, die nicht erfüllt worden.

1989 gehörte die Kitaleiterin zu den ersten, die eine freie Kita in Cottbus öffneten: "Dumbos Kinderparadies" am damaligen "Best Western Hotels" in Branitz, so Stadtsprecher Jan Gloßmann. Zum Oktober 2002 zog die Kita in die Feldstraße. 2008 habe die Staatsanwaltschaft erstmals wegen des Verdachtes von Misshandlungen Schutzbefohlener ermittelt. "Das Verfahren wurde wohl nach einer Geldbuße eingestellt", so der Sprecher. Kein Grund, dem Träger die Betriebserlaubnis zu entziehen. 2009 benannte sich der Verein in "Die kleinen Giraffen" um.

Wie Ralph Kotsch, Sprecher des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, mitteilt, müssen freie Träger für eine Kitagründung Fachpersonal, geeignete Räume, die Finanzierung und ein Konzept vorweisen. Das Ministerium prüfe umfassend vor Ort. Das örtliche Jugendamt sei beteiligt. Der Träger muss das pädagogische Personal namentlich nennen, auch bei Veränderungen. "Das sichert, dass eine Person mit Beschäftigungsverbot nicht zum Einsatz kommt", so Gloßmann. Zur Verhandlung im März sind laut Amtsgerichtsdirektor Michael Höhr viele Zeugen geladen. 19 Fälle der Nötigung, drei Fälle der Körperverletzung werden der ehemaligen Kitaleiterin vorgeworfen.