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| 15:29 Uhr

Elbenwald macht Cottbus zum Testlabor

Der Cottbuser Elbenwald-Laden zieht in den ehemaligen Sportausrüster an der Altmarktseite der Sprem.
Der Cottbuser Elbenwald-Laden zieht in den ehemaligen Sportausrüster an der Altmarktseite der Sprem. FOTO: Tino Schulz/tsz1
Cottbus. Nach jahrelangem Zögern eröffnen die Cottbuser Fantasy-Händler nun ihren ersten Laden in ihrer Heimatstadt. In diesem sollen aber nicht nur Zauberstäbe und Star-Wars-Tassen verkauft werden. Daniel Steiger

Und doch ist die geplante Ladeneröffnung mehr als nur ein weiterer Einzelhändler in der Sprem.

Die Geschichte von Elbenwald begann im Jahr 2000 in einem Cottbuser Hinterhof. Damals gründeten die drei BTU-Absolventen und Tolkien-Fans Jens Geppert, Dirk Wiedenhaupt und Alexander Lapeta einen Versandhandel für Fantasy-Artikel. Mittlerweile ist Elbenwald einer der erfolgreichsten Mittelständler der Stadt geworden mit mehr als 240 Mitarbeitern, einem Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro und Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern. Mit mittlerweile 29 Läden in Deutschland und Österreich haben die Cottbuser vor ein paar Jahren den Sprung aus dem Internet in den stationären Handel gewagt. Und trotzdem haben sie sich viele Jahre lang gegen einen Cottbuser Elbenwald-Laden gewehrt.

Warum sich diese Gesinnung jetzt gewandelt hat, erklärt Dirk Wiedenhaupt, einer der drei Elbenwald-Gründer und Geschäftsführer: "Mit unseren Läden sind wir mittlerweile in allen großen und wichtigen Shoppingzentren vertreten. Jetzt wollen wir es auch mal mit kleineren Standorten versuchen." Elbenwald-Läden finden sich unter anderem am Berliner Alexanderplatz und in der Dresdner Altmarkt-Galerie. Parallel mit dem Cottbuser soll einer in Hamburg eröffnen.

Als weitaus wichtigeren Grund für den Cottbuser Standort sieht Wiedenhaupt allerdings die Möglichkeit, hier am Stammsitz Cottbus in dem Laden alles Mögliche zu testen. So können beispielsweise neue Produkte und Design-Ideen am Cottbuser Geschmack ausprobiert werden. Denn Elbenwald verkauft nicht nur Gryffindor-Schals und Star-Wars-Flaschenöffner. Die Internetpioniere arbeiten weiterhin an neuen Ideen, um stationären und Online-Handel zu verzahnen. So soll es im Laden ein Terminal in der Größe eines überdimensionierten iPads geben, wo Kunden Dinge aus dem Regal mit Katalogware oder Produkten aus dem Online-Shop kombinieren und sich diese dann gesammelt nach Hause schicken lassen können -. Einkauf ohne lästiges Tütentragen also. Und wer zeitig einkauft, hat die Ware möglicherweise schon am gleichen Tag in den heimischen Wänden. Immerhin fahren zweimal täglich die Paketdienste durch die Sprem. Hier sehen die Elbenwalder übrigens eine Chance für die komplette Cottbuser Innenstadt. Aber das sei noch Zukunftsmusik.

Auch die Akzeptanz von unterschiedlichen Bezahlsystemen ist eines der Testfelder für die Cottbuser Kunden. Wiedenhaupt: "Zudem wollten wir vor Ort eine Möglichkeit haben, um beispielsweise neue Software für unsere Kassensysteme auszuprobieren."

Doch bevor die Elbenwaldler an der Zukunft des Einkaufens weiter werkeln, gibt es im künftigen Laden noch viel zu tun. Bei allen Testideen erwartet die Cottbuser ab Ende April nämlich ein vollwertiger Elbenwald-Shop, versichert der Geschäftsführer. Ob es allerdings tatsächlich zur Eröffnung im April kommt, so wie es an den Schaufenstern beworben wird, ist noch unsicher. Der Vermieter des Ladens will nämlich die Chance nutzen und gleich die Fassade noch etwas aufhübschen. Wiedenhaupt: "Wir werden in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem Vermieter den Eröffnungstag festlegen und dann die Scheibenwerbung noch mal neu gestalten."

Was auf jeden Fall schon sicher ist: Die Eröffnung fällt auf einen Samstag und die Elbenwaldler wollen die Sprem an diesem Tag zur Fantasy-Partymeile machen. Aus ihren Erfahrungen bei anderen Eröffnungen wissen sie, dass oft schon zwei Stunden vor der Eröffnung kostümierte Kunden den Eingang belagern. Wiedenhaupt: "Wir erwarten auch in Cottbus eine Schlange." Zumal es am Eröffnungstag besondere Geschenke für erste Besucher und Rabatte für kostümierte Kunden geben soll. Damit die Wartezeit nicht zu lang wird, will Elbenwald Kunden mit Aktionen auf der Sprem die Zeit vertreiben. Was genau, ist aber noch in Planung.

Zum Thema:
Mitarbeiter: 240 Umsatz: mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr Läden: gibt es unter anderem in Berlin, Dresden, München, Hamburg, Erfurt, Leipzig, Magdeburg www.elbenwald.de