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Einzelhandel
Einzelhandelskonzepte sind gute Entscheidungshilfen

Cottbus/Dresden. In der Lausitz gibt es kaum eine größere Stadt, die sich nicht festgelegt hat in den Zielen zur Stadtentwicklung und der damit verbundenen, erforderlichen Versorgung der Einwohner. Einzelhandels- und Zentrenkonzepte sind im Kammerbezirk der IHK Cottbus bei allen Mittelzentren fast schon Standard und erleichtern Entscheidungen zur Ansiedlung oder Erweiterungsinvestitionen von Handelsunternehmen. Beate Möschl

"Als kommunales Steuerungsinstrument kann ein solches Konzept einen erheblichen Beitrag für die Stärkung der Innenstädte und die Sicherung der wohnortnahen Versorgung leisten", betont Katrin Erb, Leiterin Standortpolitik bei der IHK Cottbus. Und das wird immer wichtiger, denn dem Einzelhandel in der Lausitz stehen schwere Zeiten bevor. Das geht aus der aktuellen Analyse der Industrie- und Handelskammern zur Situation des Einzelhandels in Brandenburg hervor. Vor allem für den Süden des Landes Brandenburg sei in den kommenden Jahren zu erwarten, dass die Verkaufsfläche weiter zurückgeht und sich der Einzelhandel der demografischen Situation angleicht, heißt es darin.

Der Fachhandel und das Ladenhandwerk werden laut der Studie durch die Konkurrenz großer Unternehmen weiter in Bedrängnis geraten. Außerdem schöpft das Angebot für Konsumenten in Berlin sowie in Dresden und Leipzig einen Teil der Kaufkraft aus der Region ab und die Umsätze des Versandhandels nehmen zu.

Umso wichtiger wird ein gutes Zusammenwirken aller Akteure vor Ort. Ein City-Management kann da von Vorteil sein. Weil es sich konzentriert und ausschließlich um die Belange der Innenstadt kümmert und zwischen den Akteuren koordinieren kann, wie Katrin Erb erklärt. Noch sind Citymanager in der Lausitz wenig verbreitet. In Südbrandenburg gehört die Stadt Forst (Spree-Neiße) zu den Vorreitern, die ein Citymanagement eingerichtet haben. In Guben (Spree-Neiße) ist das City- und Stadtteilmanagement an den Marketing- und Tourismusverein angegliedert. Auch Finsterwalde (Elbe-Elster) hat schlagkräftige Unterstützung durch einen Citymanager, den Vorsitzenden des Sängerstadtmarketingvereins. In Weißwasser (Landkreis Görlitz) wird auch aufgrund von Fördermöglichkeiten darüber nachgedacht. In Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) ist die Innenstadtentwicklung fest mit einem Citymanagement verknüpft.

Zum Thema:
Citymanagement, was ist das?Das Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren dient der Stärkung von zentralen innerstädtischen Versorgungsbereichen, die durch Funktionsverluste, insbesondere gewerblichen Leerstand, bedroht oder betroffen sind, auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts, insbesondere eines von der Gemeinde beschlossenen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts. Unterstützt wird auch die Einrichtung und Ausgestaltung eines Zentrenmanagements, das im Auftrag der Kommune agiert. Seine Funktion besteht darin, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept in Kooperation mit allen Zentrenakteuren zielorientiert umzusetzen, heißt es auf der Internetseite des Bundesbauministeriums.