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| 14:45 Uhr

Straßenverkehr in Cottbus
Kahren will Lastwagen loswerden

 Oberbürgermeister Holger Kelch (rechts) unterhielt sich im April beim Ortsteilrundgang mit Jürgen Lehmann vom Bürgerverein und weiteren Einwohnern in Kahren über das Problem der Lastwagen.
Oberbürgermeister Holger Kelch (rechts) unterhielt sich im April beim Ortsteilrundgang mit Jürgen Lehmann vom Bürgerverein und weiteren Einwohnern in Kahren über das Problem der Lastwagen. FOTO: LR / René Wappler
Cottbus. Regionaler Wirtschaftsverkehr nutzt Strecke durchs Dorf laut einer Analyse besonders oft.

Durch Kahren werden erst weniger Lastwagen fahren, sobald die Cottbuser Ortsumgehung fertig ist. So lautet das Fazit der Fachleute aus dem Rathaus, die sich mit der Situation im Ortsteil der Stadt befasst haben. Sie weisen darauf hin, dass die Obhut über die Planung der Strecke beim Land Brandenburg liegt.

Als eine Schwäche in Kahren gilt die „belastende Verkehrsführung“. So steht es im Konzept der Stadt, das die ländlich geprägten Ortsteile untersucht. Schon im September 2016 erklärten Einwohner von Kahren im Gespräch mit den Fachleuten aus dem Rathaus, für das Dorf sei die Ortsumgehung besonders wichtig.

Allerdings haben die Planungen für den dritten Verkehrsabschnitt dieser Strecke noch nicht begonnen. Er soll sich über 4,9 Kilometer erstrecken und 18,3 Millionen Euro kosten. Das geht aus den Unterlagen des brandenburgischen Ministeriums für Infrastruktur hervor. Demnach werden diese Straße täglich 9000 Fahrzeuge nutzen. Der Anteil der Lastwagen werde voraussichtlich bei neun Prozent liegen.

Kontrollen angeregt

Durch Kahren fährt derzeit vor allem der regionale Wirtschaftsverkehr, wie die Mitarbeiter des Cottbuser Rathauses feststellen. Die Landesstraße diene diesen Spediteuren dafür, Ziele in der Nähe zu erreichen. Zwar regten die Angestellten der Stadtverwaltung nach eigener Aussage bereits Kontrollen durch das Bundesamt für Güterverkehr an. Doch das Amt habe weder in Kahren noch in Kiekebusch geeignete Standorte gefunden. Denn eine solche Kontrolle sei nur sinnvoll, wenn ein Lastwagenfahrer für längere Zeit parken könne, falls ihm das Fortsetzen seiner Tour untersagt werde. Einen solchen Stellplatz gebe es in beiden Ortsteilen nicht.

Allerdings kontrollieren die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde regelmäßig in Kahren. In den Jahren 2017 und 2018 war laut Statistik noch jedes achte Auto zu schnell unterwegs. In der Zeit von Januar bis März 2019 sank dieser Wert auf eines von 18 Fahrzeugen.

Zudem legen die Daten nahe, dass die Belastung durch den Verkehr etwas gesunken ist. Im Jahr 2017 registrierten die Fachleute der Straßenverkehrsbehörde im Durchschnitt 88 Fahrzeuge pro Stunde. Dieser Wert erhöhte sich zwar im Jahr 2018 auf 99 Fahrzeuge. Doch in den Monaten von Januar bis April 2019 ging er auf 55 Kraftwagen zurück.

Ungeeignete Strecke

Das Führungskonzept des Cottbuser Rathauses für Lastkraftwagen nennt die Landesstraße 50, die durch Kahren führt, als eine „eher ungeeignete“ Umleitungsstrecke für die Bundesautobahn. Dieser Befund bezieht sich auf die Breite der Fahrbahn, die Oberfläche und die Nebenanlagen. Falls der Anteil von Lastwagen auf der Autobahn künftig steigen sollte, entstehe im Fall einer Havarie „zunehmende Brisanz“, heißt es im Konzept. Konkret stellt es zu Kahren und Kiekebusch fest: „Diese Ortsdurchfahrten sind teilweise eng.“ Fußwege seien nur auf kurzen Abschnitten vorhanden. Bei einem Teil der Strecken handele es sich um Alleen mit Bäumen auf beiden Seiten.

(wr)