Von Peggy Kompalla

Es ist im Grunde nur die Sanierung eines Hauses, aber bei der Instandsetzung des Altbaus Spremberger Straße 19 kommt das einem Aufpolieren des Eingangs zur Sprem gleich. Auch ansonsten gibt es gute Nachrichten für die Cottbuser Einkaufsmeile, obwohl alte Problemzonen am anderen Ende noch immer auf eine Lösung warten.

Staub der Jahrzehnte

Der Ziegelbau aus dem Jahr 1889 leuchtet in frischem Rot. Dabei ist das Haus am Spremberger Turm noch immer eingerüstet. Neue Eigentümer sind die beiden Architekten Marcel Lehmann und Thomas Lieschke. Sie haben das Gebäude aus einer Insolvenz erworben. Baudenkmäler gehören zu ihrer alltäglichen Arbeit. Marcel Lehmann beeindruckt die „hochwertige Fassade“ des Gebäudes. Das Ziegelmauerwerk sei trotz seines Alters von hoher Qualität. „Wir haben die Fassade nur gereinigt. Da kam mindestens ein Millimeter Staub der vergangenen Jahrzehnte runter“, erzählt er.

Ausweichquartier trotz Baustelle

Mit Ausnahme des Geschäfts habe das Haus mindestens zehn Jahre leer gestanden. „In den Obergeschossen war nichts mehr“, sagt der Architekt. Der Altbau bekomme neue Fenster und ein neues Dach. „Dann geht es an den Innenausbau.“ Das werde noch bis Ende des Jahres in Anspruch nehmen. Wohnungen und Geschäftsräume sollen entstehen. Es gebe bereits erste Gespräche mit Interessenten, verrät der Architekt.

Trotz der Bauarbeiten und des Gerüstes ist im Laden der Optiker Fielmann eingezogen. Das ist nur ein Ausweichquartier. Denn die Filiale in der Spremberger Straße ist ebenfalls eine Baustelle. Das Geschäft wird nicht nur modernisiert, sondern auch vergrößert. Für Altstadtmanager Gottfried Lindner ist das ein positives Signal: „Wir sind froh, dass sich Fielmann mit diesem Schritt ganz bewusst für diesen Standort entschieden hat.“ Der Optiker gehöre zu den Ankern der Einkaufsstraße.

Alte Ängste, neue Stimmung

Anders sieht es bei der Parfümerie Flaconi aus. Das Geschäft steckt mitten im Ausverkauf. Ende August ist Schluss. „Wir hoffen auf eine adäquate Nachfolge“, sagt der Altstadtmanager. „Es ist wichtig, dass das Niveau gehalten wird.“

Die Stimmung unter den Händlern sei gut. Die alten Spannungen mit dem benachbarten Einkaufszentrum in der Stadtpromenade hätten sich gelegt. Ängste bestünden keine mehr. Dafür sei die Einkaufsstraße gut besucht, werde gut gepflegt und die regelmäßigen Streifen der Polizei vermittelten ein Sicherheitsgefühl.

Eckhaus am Altmarkt bleibt Problem-Immobilie

Ein großes Ärgernis gibt es trotzdem. Das ist das große Eckhaus am Altmarkt. Noch im Jahr 2017 schien die Stadt für die Immobilie endlich einen Käufer gefunden zu haben. Doch das Geschäft zerschlug sich. Seither gibt es kaum Bewegung, beklagt der Altstadtmanager.

Dagegen nimmt sich eine andere Sache als Kleinigkeit aus. Die Bänke rund um die Synagoge warten seit geraumer Zeit auf ihre Holzbohlen. „Ich habe von der Stadt eine schriftliche Zusage, dass das gemacht wird“, sagt Gottfried Lindner und wartet immer noch. „Die Touristen kommen in Cottbus immer auf dem Altmarkt an. Da sind auch solche Kleinigkeiten wichtig, weil sie für Wohlbefinden sorgen.“