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| 02:33 Uhr

Einkaufscenter: Bürgerwille bindend

Blick auf ein leeres Baufeld: Seit Jahren warten die Cottbuser auf den Anbau des Blechen-Carrés.
Blick auf ein leeres Baufeld: Seit Jahren warten die Cottbuser auf den Anbau des Blechen-Carrés. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Bei der Gestaltung des Einkaufszentrums in der Stadtpromenade ist die Cottbuser Verwaltung kompromissbereit, aber dennoch konsequent. Das hat Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) erklärt. Sven Hering

"Für uns sind der Bürgerwille und die Jury-Vereinbarungen vom Spätsommer 2015 sowie die Beschlüsse vom Spätherbst bindend", ergänzte sie. Sie seien der Leitfaden, um den das Vorhaben gestrickt werden müsse. Ursprünglich sollte bereits im März eine wichtige Weichenstellung für das Stadtzentrum erfolgen. Mit dem geplanten Auslegungsbeschluss wollte die Stadt auf die Zielgerade einbiegen für das Vorhaben Einkaufszentrum. Doch weil der Investor nach Einsparmöglichkeiten sucht, wurden die Vorlagen zurückgestellt. "Es war in den vergangenen Jahren schon kein einfacher Prozess, und er ist nicht leichter geworden", sagt Marietta Tzschoppe.

"Seit fünf oder sechs Jahren geht es hin und her", erklärt Eberhard Richter, Fraktionsgeschäftsführer und Stadtverordneter der Linke. Jede Ankündigung für einen Baustart sei bisher eine Luftnummer gewesen. Zu der aktuellen Entwicklung sagt Richter: "Wieder einmal als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet." Das Geld des Investors reiche nicht aus, um den schicken Entwurf zu realisieren. Richter: "Wie wurde denn da geplant? Einfach mal drauf los gezeichnet? Schauen denn die Planer nicht parallel auf die Kosten?" Jetzt werde an der Sparvariante gestrickt. "Es ist ein Jammer und blamabel für unsere Stadt", betont der Stadtverordnete.

Laut Richter ist die ganze Entwicklung die Folge der Politik der Treuhand. Das Grundstück sei vermarktet worden. Die Stadt habe nicht das nötige Kleingeld gehabt, um es zu erwerben. Die Fläche im Stadtzentrum sei also an einen Investor gegangen. "Er ist nach der Logik des Marktes gezwungen, es rentabel einzusetzen", so Richter.

Ob so viel Verkaufsfläche in Cottbus tatsächlich gebraucht werde, beurteilten Gutachter. Richter: "Gutachter achten wohl immer gut auf den Auftraggeber und seine Wünsche." Mit Blick nach vorn fällt dem Linke-Politiker ein Spruch ein: "Und täglich grüßt das Murmeltier."