ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:43 Uhr

Cottbus
Schlaglöcher, Hügel, Matschgruben

Die Holperpiste Rheinpuscher Weg bringt Anwohner seit Jahren zur Verzweiflung.  Foto: A. Hilscher
Die Holperpiste Rheinpuscher Weg bringt Anwohner seit Jahren zur Verzweiflung. Foto: A. Hilscher FOTO: Hilscher Andrea / LR
Cottbus/Oelsnig. Lutz-Dieter Schultze kämpft seit 13 Jahren um den Ausbau eines Weges zwischen Schorbus und Cottbus. Von Andrea Hilscher

Als Lutz-Dieter Schultze vor knapp 20 Jahren begann, ein altes Gehöft im zu Schorbus gehörenden Flecken Oelsnig als Wohnhaus auszubauen, war seine Welt noch in Ordnung: Das herrliche Anwesen war gut mit dem Auto zu erreichen, knapp sieben Minuten brauchte Lutz-Dieter Schultze (69) von der Haustür bis zum Lausitz Park in Groß Gaglow.  

Heute braucht Schultze rund 20 Minuten länger – der Verbindungsweg nach Groß Gaglow ist derart zerfahren, dass man ihn mit normalen Fahrzeugen kaum noch bewältigen kann. Der Umweg über Schorbus und die B 169 kostet Zeit. „An guten Tagen im Schnitt 20 Minuten, je nach Verkehr auf der Bundesstraße gern auch mal länger“, erzählt der frühere Weinhändler. In Oelsnig und Schorbus sind nur einige Dutzend Anwohner von der Verschlechterung betroffen. „Doch auch Drebkauer und Senftenberger haben die Strecke früher gern genutzt.“

Im Jahr 2005 hat der früherer Ströbitzer zum ersten Mal Kontakt mit der Cottbuser Stadtverwaltung aufgenommen, damals noch unter der Ägide von Oberbürgermeisterin Karin Rätzel. Sie antwortete ihm zunächst, dass er den Weg ja nicht zwangsläufig nutzen müsse. 2006 ergänzte Rätzel, dass der Zustand des Rheinpuscher Weges keineswegs zur Zufriedenheit sei. Sie habe das Straßenbauamt beauftragt, die nötigen finanziellen Mittel für einen Straßenausbau zu beantragen.

Zwischenzeitlich wurde der Weg notdürftig begradigt, sodass er vorsichtig befahren werden konnte. Lutz-Dieter Schultze: „Das hält zwar immer nur zwei oder drei Monate, ist aber besser als nichts.“

Seinen nächsten Briefwechsel hatte er mit der zuständigen Baudezernentin Marietta Tzschoppe im Jahr 2007. Sie bestätigte einen „äußerst mangelhaften Zustand“ des Rheinpuscher Weges, kündigte immerhin Instandsetzungsarbeiten an. Wegen der angespannten Haushaltslage könne sie allerdings keine Hoffnung auf eine dauerhafte Straßenbefestigung machen. Ein Jahr später wiederholte sie ihre Absage, fand aber den Zustand des Weges nach einigen Reparaturen „angemessen“.

Einige Jahre zogen ins Land, Lutz-Dieter Schultze schrieb Briefe und hoffte. Immerhin versprach ihm die damalige Fachbereichsleiterin Marion Adam für das vierte Quartal 2014 eine „deutliche Aufwertung“ des Weges. Diese hielt, wie alle vorangegangenen Reparaturen etwa drei Monate. „Vor zwei Jahren  hat mit Oberbürgermeister Holger Kelch dann geschrieben, dass der Weg ,für den Gemeingebrauch’ geeignet sei und dass die Verwaltung den Zustand unter Kontrolle halte würde“, so Lutz-Dieter Schultze.

Zwischenzeitig sind bereits mehrere Anwohner aus Oelnsig mit ihren Fahrzeugen auf den Rheinpuscher Weg liegengeblieben. Schultze und seine Kinder hat er bereits mehrfach erwischt. „Natürlich nehmen wir oft den Umweg über die Bundesstraße in Kauf,  aber manchmal muss es einfach schnell gehen.“ Notarzteinsätze gestalten sich schwierig, auch bei der Betreuung der schwerbehinderten Enkelin kommt es manchmal auf jede Minute an. „Ich weiß, es geht nicht um sehr viele Verkehrsteilnehmer. Aber die betroffene Wegstrecke ist nur 800 Meter lang. Es müsste doch möglich sein, sie in einem befahrbaren Zustand zu halten.“

Die Chancen auf eine komplette  Erneuerung des Rheinpuscher Weges sind gering: Aktuell müssten 53 Prozent aller Straßen in Cottbus grundhaft ausgebaut werden, der Investitionsstau beträgt über zwei Millionen Euro. Immerhin: Die zuständige Fachbereichsleiterin Alice Kunze will prüfen, ob die Huckelpiste in den nächsten Monaten für eine Begradigung vorgesehen ist.

Selbst mit zehn km/h ist der Verbindungsweg kaum noch befahrbar, ohne Schäden am Auto zu riskieren.
Selbst mit zehn km/h ist der Verbindungsweg kaum noch befahrbar, ohne Schäden am Auto zu riskieren. FOTO: Hilscher Andrea / LR
Lutz-Dieter Schultze (69) kämpft seit Jahren mit der Cottbuser Stadtverwaltung.
Lutz-Dieter Schultze (69) kämpft seit Jahren mit der Cottbuser Stadtverwaltung. FOTO: Hilscher Andrea / LR