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Eine sorbische Version des Herrn der Ringe am Bismarckturm

Burg. Nach zweijähriger Pause meldet sich die Spreewälder Sagennacht zurück. Mit Folge 8 legt erstmals das Sorbische National-Ensemble Bautzen ein Theaterspektakel über Geschichte, Bräuche und Sagen der Wenden/Sorben vor der zauberhaften Naturkulisse am Bismarckturm vor. Im Erfolgsfall könne das der Beginn einer dauerhaften Zusammenarbeit sein, erklärte Milena Vettraino, Intendantin des Nationalensembles. Ulrike Elsner

Nach sieben erfolgreichen Sagennächten mit insgesamt 19 Vorstellungen in den Jahren 2006 bis 2012, wagt das Sorbische Nationalensemble erstmals ein geschlossenes Musiktheaterstück rund um den Wendenkönig. Es sei eine "Riesenherausforderung, die mannigfaltige und einzigartige wendische Sagenwelt den Menschen nahezubringen", sagt Regisseur Dominik Schiefner. Jewa-Marja Cornakec habe immerhin 14 Textbuch-Fassungen vorgelegt. Von Komponist Frieder Zimmermann kommen 80 Minuten Orchestermusik, die den Bogen zu zeitgemäßen elektronischen Klängen spannt.

Mehr als 200 Kostüme wurden entworfen und müssen nun von drei Schneiderinnen genäht werden, berichtet der Regisseur. Am Ende stehe "eine sorbische Version von Herr der Ringe", in der die Reiche von Wassermann, Schlangenkönig, Wendenkönig und Serbski Kral Prebislav aufeinandertreffen.

Anders als in den vergangenen Inszenierungen kommt dem Bismarckturm eine Hauptrolle zu. Er soll über alle Etagen bespielt werden. Für das Bautzener Ensemble sei das die teuerste Produktion, betont die Intendantin. Jeweils 25 000 Euro steuern Ensemble und Stiftung für das sorbische Volk bei, 5000 Euro der Landkreis Spree-Neiße. Weitere Mittel kommen aus dem Gemeindehaushalt und von Sponsoren.

Das Vorprogramm wird wieder von einheimischen Akteuren gestaltet, diesmal von der Band "Die Folksamen", dem Deutsch-Sorbischen Ensemble Sielow, einem Pferdetheater und Moderator Bernd Pittkunings.

Zur Haupthandlung werden die Besucher von Jolka und Jorko begrüßt, zwei Lutki vom Burger Schlossberg, die seit mehr als 1000 Jahren einen wertvollen Schatz behüten. Während eines Streits entschließen sie sich, in die alte Zeit zurückzureisen. Dabei platzen sie mitten hinein in die Kämpfe um die Burg des Wendenkönigs.

Für Kampfszenen werden übrigens noch Statisten gesucht, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen und die einmalige Chance bekommen, mit dem bekannten Kampfchoreografen René Lay zu arbeiten.

Karten sind im Vorverkauf für 20 Euro (Abendkasse 25 Euro) im Haus des Gastes in Burg, Telefon 035603 750160, sowie in den CTS-Verkaufsstellen erhältlich. Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren zahlen 8,50 Euro (Abendkasse 10,50 Euro). Kinder bis elf Jahre haben freien Eintritt.