Bei der Sommertour werden die Ausflügler zwar nicht auf dem Seegrund hin und her wandeln können. Das wäre wohl viel zu gefährliche. Aber bis zum tiefsten Punkt des Sees vor Neuendorf geht es mit dem Tour-Bus trotzdem. Dort steht ein Kohlebagger. "Die Konturen des späteren Sees lassen sich von außen auch viel besser zeigen", erklärt Kathi Gerstner, Pressesprecherin beim Bergbauunternehmen Vattenfall. Ein Zwischenstopp ist am Aussichtspunkt Willmersdorf geplant. Der Turm Merzdorf wird besucht, bevor es zu den Tagesanlagen geht. Dort können sich hungrige Sommertourler in der Betriebskantine stärken.

Die Vorbereitung für den See laufen seit vielen Jahren. Er soll Vattenfall zufolge im Jahr 2015 mit 1900 Hektar seine endgültige Größe erreichen. Drei Jahre später könnte das Wasser fließen. Im Osten wird es mehrere Inseln geben, die dem Naturschutz vorbehalten bleiben sollen. Zwei bis 3,70 Meter tief soll der Ostsee im Durchschnitt werden. Anrainer sind die Cottbuser Ortsteile Schlichow, Merzdorf und Willmersdorf sowie Neuendorf, das zur Gemeinde Teichland gehört.

Ende November 2012 hatten die Arbeiten zur Verdichtung der Böschungen am östlichen Ufer begonnen. Cottbus will einen Stadthafen und eine Seestraße bauen. Für eine Hauptanbindung von der Innenstadt zum Ostsee könnte die alte Gleistrasse Cottbus - Guben - Frankfurt (Oder) genutzt werden, wenn die Deutsche Bahn einverstanden ist. Der Grunderwerb soll die Stadt ersten Schätzungen zufolge 1,2 Millionen Euro kosten. Der Stadthafen braucht sichere Grundfeste. Auch ein Sandstrand zieht sich schon breit von Schlichow bis Merzdorf. Für den Seehafen Teichland laufen die Planungen. Kaimauer, Hotel, Gastronomie und Bereiche für den Wassersport sollen entstehen.

Dass der Name Ostsee wirklich bleibt, hatten nach Teichland die Cottbuser Stadtverordneten im Mai beschlossen. Vorausgegangen war dem Beschluss eine Namenssuche der Bürger. Knapp 100 Zuschriften wurden in der Stadtverwaltung gesammelt. Aber der Arbeitstitel gefiel dann doch mehr als Vorschläge wie Energie See, Lakoma Meer, Spreeperle oder Barbarasee. Im Jahr 1997 hatten BTU-Studenten in einer Werkstatt zur Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft für den Tagebau Cottbus-Nord erstmals den Arbeitstitel Ostsee benutzt.

Für die Sommertour sei es wichtig, so Kathi Gerstner, dass die Teilnehmer in festem Schuhwerk erscheinen. Beginnen wird die Tour im Besucherzentrum der Tagesanlagen des Tagebaus Jänschwalde/Cottbus-Nord. Birgit Schroeckh, Referentin des Tagebaus, und Astrid Hobracht von der Öffentlichkeitsarbeit wollen die Gäste hier begrüßen.

Für die Anfahrt sollen die Autofahrer unbedingt bedenken, dass ab 1. Juli bis September die B 97 von den Tagesanlagen in Höhe FFK bis zur Ampelkreuzung B 97/L 49 voll gesperrt sein wird. "Besucher erreichen uns dann über Willmersdorf und Neuendorf oder aus Richtung Guben wie bisher über die B 97", teilt Astrid Hobracht mit.

Mittwoch, 10. Juli, 9 Uhr, 45 Plätze.